Niederwieser zu Bildung: "Endlich mit der Arbeit beginnen"

Wien (SK) "Wir haben in den letzten Wochen zarte Pflänzchen erlebt, wo es danach aussieht, als ob es hier im Parlament auch zu einem Konsens über Reformen kommen könnte", so SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Mittwoch im Parlament über die laufende Bildungsdebatte. Nun gehe es darum, sehr aufzupassen, dass "diese Pflänzchen nicht wieder zertreten werden", sie seien noch zu schwach, um wirklich aufkommen zu können, veranschaulichte Niederwieser. "Wir haben in den letzten Monaten aus dem Mund der Regierungsparteien beinahe ein Feuerwerk an Ankündigungen gehört, was sich alles ändern wird", sagte Niederwieser und stellte klar, dass die SPÖ nicht beleidigt sei, dass die Bildungsministerin nun so viele Vorschläge aus dem SPÖ-Programm aufgreift: "Es geht uns im erster Linie um die Kinder und um die Jugendlichen und darum, dass das Richtige getan wird", so Niederwieser. Wenn die Zukunftskommission demnächst ihre Vorschläge vorlegen wird, habe man drei Jahre diskutiert, dann wisse man, was zu tun sei, dann gehe es darum, endlich zu arbeiten zu beginnen, sagte Niederwieser. ****

Natürlich sei es reizvoll zu sagen, dass die PISA-Ergebnisse nichts aussagen: "Natürlich sagen uns diese Ergebnisse sehr viel, sie sagen uns, dass wir viel tun und sehr viel ändern müssen", unterstrich Niederwieser. Österreich sei im Jahr 2000 in den Naturwissenschaften noch an 6. Stelle gelegen, drei Jahre später schon an 20. Stelle: "Wo liegen wir dann in im Jahr 2006?", fragte der SPÖ-Bildungssprecher. Stelle man sich die Antwort grafisch vor, könne man den "Punkt unter dem Tisch suchen, so schlecht wird es dann ausschauen".

"Natürlich geht es darum, dass ganztägige Schulen einen wesentlich besseren Unterricht bringen und die Möglichkeit bieten, vor allem die schwächeren Kinder zu fördern", betonte Niederwieser. In Österreich gibt es 20 Prozent der Kinder, denen die Schule nach neun Jahren viel zu wenig mit ins Leben gibt, SchülerInnen, die nicht ausreichend lesen können und Mathematik beherrschen. "Das ist ja das dramatische Ergebnis überhaupt und nicht, dass unsere AHS-Schülerinnen und -Schüler so gut sind wie jene in Finnland auch", stellte Niederwieser klar. Viel zu viele Kinder würden im österreichischen Schulsystem zurückgelassen, kritisierte Niederwieser und forderte die Bundesregierung auf, für diese Kinder endlich Verantwortung zu übernehmen.

Natürlich sei die gemeinsame Schule von 6 bis 15 Jahren nicht das "Allheilmittel", stellte Niederwieser fest. Das größte Problem in den Hauptschulen sei aber, dass es in den Klassen oft keine Kinder gebe "die ziehen, vorangehen und die Klasse mitnehmen", da diese alle im Gymnasium sitzen würden: "Natürlich ist das ein Problem unseres selektiven Schulsystems, und hier warten wir bisher vergeblich auf Vorschläge", so Niederwieser in Richtung Gehrer. Er, Niederwieser, erwarte sich auch in dieser Frage eine "inhaltliche Bewegung" seitens der ÖVP. (Schluss) sk

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