"Neues Volksblatt" Kommentar: "Ideen-Krisen" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 26. Jänner 2005

Linz (OTS) - =

Wer Herbert Haupt gestern beim Ministerrat gesehen
hat, muss keine Zweifel mehr hegen, dass der scheidende Sozialminister gesundheitlich gröber angeschlagen ist. Oppositionsrufe, die aus dem Haupt-Rückzug partout eine Regierungskrise machen sollen, bekommen da einen unangenehmen Beigeschmack.
Abgesehen davon ist es schlicht zu simpel gestrickt, in jedem Personalwechsel gleich eine Regierungskrise sehen zu wollen. Kontinuität in einem Regierungsteam kann ein Wert sein, ist es aber nicht per se. Tatsächlich steht die Zusammenarbeit von VP und FP heute viel stabiler da als in früheren Zeiten. Wie sehr SPÖ und Grüne jetzt ein Krisen-Szenario zu konstruieren trachten, ist letztlich ebenso Beleg für diese These wie Versuche Jörg Haiders, sich durch neue Attacken auf die ÖVP wieder ins Rampenlicht zu setzen.
Zur Erinnerung: Einst wurde Haupt, dessen Wirken auch in der VP nicht immer unumstritten war, von SPÖ und Grünen als rücktrittsreifer "Pannen-Minister" verhöhnt. Jetzt, wo er geht, soll plötzlich alles umgekehrt sein. Die einzige Krise, die sich darin manifestiert, ist eine Ideen-Krise der Opposition.

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