"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Sippenhaftung" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 26.01.2005

Wien (OTS) - Gunnar Prokop ist ein international anerkannter, erfolgreicher Handball-Manager. Dabei ist ihm immer das Glück des Tüchtigen zur Seite gestanden: Die besten Spielerinnen aus aller Welt verliebten sich in mehr oder minder fesche Wiener, heirateten und wurden dadurch zu österreichischen Staatsbürgerinnen. Dass sich viele nach Ende ihrer sportlichen Karriere rasch wieder scheiden ließen, tut nichts zur Sache. Auf Prokops nachdrückliches Betreiben wurden außerdem zahlreiche Handballerinnen seines Klubs "Hypo Südstadt" per Ministerratsbeschluss blitzschnell eingebürgert.
Seit jüngstem beschäftigt sich Prokop auch mit Gesellschaftspolitik:
"Frauen gehören an den Herd, sollen die Kinder erziehen, und aus", sagt er in einem Interview für die Wiener Stadtzeitung "Falter". Und:
"Bei Asylwerbern würde ich viel härter vorgehen."
Als Handballtrainer muss Prokop aus seinem Herzen natürlich keine Mördergrube machen. Allerdings ist der Coach allerdings auch seit 40 Jahren mit Liese Prokop verheiratet, und diese wiederum ist seit gut einem Monat Innenministerin.
Auch wenn wir jedwede Form der Sippenhaftung strikt ablehnen: Gunnar P. wäre gut beraten, künftig zu allen Themen den Mund zu halten, die über den Spielfeldrand seiner Handballerinnen hinausragen. Seine Frau wird es ihm zu danken wissen - und ihm zur Belohnung vielleicht etwas Gutes kochen. Sollte sie ihn allerdings stattdessen hinausschmeißen, müsste man auch dafür Verständnis aufbringen.

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