Stöger zu Spitalsreform: Medizinisch sinnvolle Umstrukturierung statt Bettenabbau

Morgen Start zu Regionalkonferenzen in Oberösterreich

Linz (OTS) - "Die Oö. Spitalsreform darf nicht einseitig nur auf finanzielle Einsparungsmöglichkeiten durch massive Betten- und Abteilungskürzungen ausgerichtet sein. Erforderlich ist vielmehr eine vorausschauende, aufeinander abgestimmte Planung des gesamten Leistungsangebots im Gesundheitswesen", wiederholt Gesundheits- und Spitals-Landesrätin Dr. Silvia Stöger ihre Grundsatzposition anlässlich des morgigen Starts der Regionalkonferenzen.

Um die gute Spitalsversorgung für die Bevölkerung abzusichern, müssen die bereits gestarteten Umstrukturierungen zügig vorantreiben werden. "Wir brauchen dabei aber keinen Abbau bei der Versorgung, sondern einen sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich sinnvollen Umbau hin zur Bewältigung der neuen Herausforderungen vor allem im Zusammenhang mit der starken Zunahme der älteren Bevölkerung und dem rasanten medizinischen Fortschritt", so Stöger.
Wichtigster Teil ist die im "Stöger-Gesundheitsplan" aufgenommene Experten-Empfehlung, 500 Akut-Spitalsbetten in Nachsorgebetten umzuwandeln und weitere rund 400 Betten für Akutgeriatrie/Remobilisation zu verwenden. "Damit wird der durch die Bevölkerungsentwicklung absolut notwendigen Verbesserung der Altersmedizin entsprochen. Die Verstärkung der Nachsorge darf aber nicht bei den Spitalstüren enden, sondern muss auch außerhalb durch Ausbau der mobilen und sozialen Dienste und durch Verbesserung der Alten- und Langzeitversorgung ergänzt werden", betont Stöger.
Die Umsetzungskommission zur Spitalsreform besteht aus einem sogenannten Kernteam, in dem drei Mitglieder der Spitalsreformkommission, die politischen Fraktionen im Landtag, das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen, die Oö. Gebietskrankenkasse, die Oö. Ärztekammer und die zuständigen Abteilungen des Landes Oberösterreich vertreten sind. Je nach Region unterschiedlich ergänzt wird diese Kommission durch Trägervertreter der Krankenhäuser, einen Belegschaftsvertreter und einen zentralen Belegschaftsvertreter der Krankenhäuser der Region.
Die erste der sechs Regionalkonferenzen findet morgen Mittwoch für die Region Salzkammergut statt. In der Sitzung werden sowohl die einzelnen Reformpapiere als auch die Vorschläge aus Sicht der Krankenhäuser präsentiert und diskutiert.
Diese Versorgungsregion Salzkammergut verfügt derzeit über fünf Krankenhausstandorte (LKH Vöcklabruck, LKH Gmunden, LKH Bad Ischl, Zentrum Gmundnerberg und Zentrum Buchberg), wobei Buchberg und Gmundnerberg in absehbarer Zeit als Krankenhausstandorte aufgebeben werden. Die Spitäler dieser Region versorgen mit derzeit 1.170 Betten im Jahr ca. 53.000 stationäre Patienten und weisen mehr als 100.000 Ambulanzfälle im Jahr auf.
Träger all dieser Krankenhäuser ist die Gesundheits- und Spitals AG. "Dies ist bei der Abstimmung der Leistungsangebote im Akutkrankenanstaltenbereich in dieser Region ein großer Vorteil, da man nicht in Konkurrenz zu anderen Krankenhausträgern steht. Die frei werdenden Spitalsstandorte stellen ebenfalls eine große Chance für das Salzkammergut dar, weil damit das Angebot im Gesundheitsbereich durch sinnvolle Nachnutzungen etwa als Rehazentrum oder Nachsorgeeinrichtung erweitert werden kann", ist Gesundheits-Landesrätin Dr. Silvia Stöger überzeugt.
Zur Verstärkung der Altersmedizin wurden in der Versorgungsregion bereits 60 Betten für Akutgeriatrie am Standort Buchberg eingerichtet. Diese Abteilung wird in das LKH Gmunden eingegliedert. Sukzessive sollen in den nächsten Jahren weitere Akutgeriatrie-Betten eröffnet werden, sodass diese Versorgungsregion im Ausbau über 80 Akutgeriatrie-Betten verfügen wird. Zudem sollten laut Expertenempfehlungen im Salzkammergut 95 Akut-Betten in Nachsorgebetten (z.B. in Form von Entlassungsstationen) umgewandelt werden, und zwar vor allem aus dem Bereich der Internen Abteilungen. Für die Spitalsreferentin steht fest, dass die unfallchirurgische Leistungserbringung im LKH Bad Ischl (Auslastung 86 %) und im LKH Gmunden (Auslastung 89,4 %) im Sinne der Versorgungssicherheit in der derzeitigen Form erhalten bleiben muss und die orthopädische Leistungserbringung im Rahmen dieser Abteilungen aufrecht zu erhalten ist. Ein weiterer heikler Punkt betrifft die Kinderversorgung in dieser Region. "Kinder müssen rund um die Uhr bestmöglich wohnortnahe versorgt werden", betont Stöger. "Auch die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Gmunden ist - in geänderter Organisationsform - beizubehalten."
In Form eines Pilotprojektes ist im LKH Vöcklabruck ein interdisziplinärer Bettenbereich für die Fachrichtungen Dermatologie, Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Urologie vorgesehen. Dieses Projekt soll vom Österreichischen Institut für Gesundheitswesen (ÖBIG) begleitet und evaluiert werden. Weiters ist am LKH Vöcklabruck für Oberösterreich ein zweiter Strahlentherapiestandort (neben Linz) für die Versorgung von Krebspatienten einzurichten, zudem eine Palliativstation.

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