Ausbau ganztägig geführter öffentlicher Schulen: AK fordert von Ministerin Gehrer nun Taten statt Worte

Linz (OTS) - Unter dem Druck der öffentlichen Meinung hat Bildungsministerin Gehrer angekündigt, ganztägig geführte Schulen sollen zum Regelfall werden. Zu eindeutig ist der Umstand, dass die PISA-Siegerländer auf qualitätsvolle schulische Ganztagsangebote setzen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich begrüßt diesen Meinungsumschwung. Jetzt müssen den Worten aber Taten folgen.

Wie die Elternvertreter fordert die AK - gestützt auf einschlägige Studien - einen Rechtsanspruch auf schulische Ganztagsbetreuung. Derzeit behindern sowohl die Gesetzeslage als auch Einsparungen im Bildungswesen den Ausbau ganztägiger Betreuung an Österreichs Schulen.

So können Lehrkräfte einer Schule eine Nachmittagsbetreuung verhindern, wenn sie die gesetzlich notwendige Zustimmung verweigern. Diese Hürde muss beseitigt werden. Dafür müssen die Lehrkräfte für die Nachmittagsbetreuung aber auch ordentlich bezahlt werden.

Andererseits muss der Rechtanspruch der Eltern auf ganztägige, qualitätsvolle schulische Betreuung auch dann gelten, wenn es eine solche Schule im Schulsprengel (noch) nicht gibt.

Voraussetzung für eine erfolgreiche schulische Nachmittagsbetreuung ist die Qualität. Dazu gehören unter anderem ein warmes Mittagessen, Lern- und Hausaufgabenbetreuung, individueller Förderunterricht statt teurer Nachhilfe sowie ein attraktives Freizeitprogramm.

Dass sich die dafür notwendigen Investitionen für den Bund rasch rentieren würden, hat der Linzer Volkswirtschaftsprofessor
Dr. Friedrich Schneider erst kürzlich vorgerechnet. Er hat die Mehrausgaben den Mehreinnahmen durch Steuern und Abgaben gegenübergestellt. Derzeit wird die Finanzierung allerdings zu einem Großteil auf die Gemeinden und Eltern abgewälzt. Kein Wunder also, dass bei dieser Schieflage trotz hohem Bedarf kaum konkrete Betreuungsangebote zustande kommen.

"Es ist höchste Zeit, die Gesetze so zu ändern, dass qualitäts-volle öffentliche Ganztagsschulen möglich werden", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Am dringlichsten sei der Ausbau im Volksschulbereich: Derzeit werden in ganz Oberösterreich nur knapp 150 Kinder in einer ganztägig geführten Volksschule unterrichtet. Aber auch bei den 10- bis 14-Jährigen gibt es viel zu wenig ganztägig geführte Schulen. In einem ersten Schritt sollen daher in den nächsten drei Jahren 20.000 schulische Ganztagsbetreuungsplätze für die Kinder im Pflichtschulalter geschaffen werden, fordert die AK.

Die AK fordert außerdem, dass Ganztagesbetreuung an öffentlichen Schulen in Österreich für die Eltern kostenlos angeboten wird.

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