Wirtschaftsbund 2 - Unternehmen auf der Suche nach Arbeitskräften

Kopf für Flexibilisierung von Arbeitszeit und Betreuungseinrichtungen - Zwazl will steuerliche Maßnahmen

Wien (OTS) - "Das Problem der Betriebe keine geeigneten Arbeitskräfte zu finden, hat sich verschärft. Dieser Mitarbeitermangel ist eine Wachstumsbremse, kann aber unter anderem durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf behoben werden", erklärte heute, Dienstag, der Generalsekretär des Wirtschaftsbundes Karlheinz Kopf zu den Ergebnissen der Fessel-GfK-Studie. Die Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft, die Niederösterreichische Wirtschaftsbund-Präsidentin Sonja Zwazl plädiert dabei insbesondere für Verbesserungen von selbstständig erwerbstätigen Eltern. ****

Betriebe die nach Arbeitskräften suchen, so die Umfrage, stimmen vor allem drei Maßnahmen in hohem Maße zu. Einer Arbeitszeit-Flexibilisierung, flexibleren Betreuungseinrichtungen und der steuerlichen Geltendmachung von Kinderbetreuung. Österreich, so Kopf, habe das Lissabon-Ziel, die EU-Frauenerwerbsquote bis 2010 von jetzt 56% auf 60% zu erhöhen zwar schon 2001 erreicht (derzeitige Erwerbsquote: 62,8%). Doch Länder wie Schweden mit 71,5% oder Dänemark mit 70,5% lägen nach wie vor weit davor. Faktum sei auch, dass (lt. Statistik Austria) Kinderbetreuungspflichten von den Frauen selbst als Grund angeführt wird, warum man nicht erwerbstätig ist. Besonders oft werde das von den Österreicherinnen ins Treffen geführt, nämlich von 17,6%. (Deutsche 13,8%, Dänemark 3,4%, Schweden 1,8%).

Kopf meinte, dass Österreich besonders bei der Betreuung der Kleinsten den größten Handlungsbedarf habe. So würden bundesweit nur 11% der 0- bis 3-Jährigen betreut. "Damit gehört Österreich europaweit zu den Ländern mit dem größten Aufholbedarf, das Lissabon-Ziel lautet: 33% für diese Altersgruppe bis 2010." Bei den 3 bis 6-Jährigen sind 85% in Betreuungseinrichtungen (Kindergärten etc.), bei den 6-10-Jährigen fällt die Quote wieder auf 18% um bei den bis 14-Jährigen auf 8% zu sinken, führte Kopf aus.

"Diese teils sehr niedrigen Quoten bedeuten, dass ein großes Arbeitskräfte-Potenzial nicht ausgeschöpft werden kann. Für uns heißt das, dass es bei der Kinderbetreuung adaptierter und neuer Modelle bedarf, um Frauen die Erwerbstätigkeit leichter zu machen", erklärte Kopf. Die Organisation der Kinderbetreuung müsse sich unmittelbar an den Erfordernissen der Arbeitswelt orientieren. "Mehr Privat und mehr Flexibilität sind notwendig." Der Wirtschaftsbund fordert daher unter anderem einen Ausbau der Öffnungszeiten von Kindergärten, die Anpassung der Urlaubssperren an das Erwerbsleben und die Förderung privater Initiativen.

Präsidentin Zwazl erklärte, dass mit dem Kinderbetreuungsgeld von 436 Euro/Monat auch für Unternehmerinnen schon einiges geschehen sei. Bei der Zuverdienstgrenze (14.600 Euro) verlangt sie jedoch Änderungen. "Das gehört korrigiert, die Zuverdienstgrenze soll bei Unternehmerinnen auf den tatsächlich entnommenen Gewinn und nicht wie bisher auf den Gewinn des Unternehmens, der ohnehin zumeist im Betrieb bleibt, abgestellt werden."

Zudem fordert Zwazl die steuerliche Absetzbarkeit des Aufwandes für Haushalts- und Betreuungshilfen in Form einer Prämie. "Der Aufwand bis zur doppelten Geringfügigkeitsgrenze soll als Prämie von 10 Prozent auf dem Abgabenkonto auch als Negativsteuer gut geschrieben werden", erklärte Zwazl.

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