Pröll: Einsatz erneuerbarer Energieträger ist ein Gebot der Stunde

Graz: Mitteleuropäische Biomassekonferenz verzeichnet enormes Interesse

Wien (AIZ) - "Der Einsatz erneuerbarer Energieträger ist ein Gebot der Stunde. Der Ausstoß an Treibhausgasen ist in Österreich nach Angaben des Umweltbundesamtes im Jahr 2003 um 5,9% auf insgesamt 91,6 Mio. t gestiegen. Auch in anderen Ländern zeigt sich dieser Trend. Eine unter britischer Federführung durchgeführte und heute präsentierte Studie wiederum kommt zu dem Ergebnis, dass die weltweite Klimaerwärmung in zehn Jahren unumkehrbar sein und dann katastrophale Folgen haben wird, wenn der Anstieg der Temperatur- und der Kohlendioxid-Konzentration so weitergeht wie bisher." Dies erklärte heute Umweltminister Josef Pröll anlässlich der morgen beginnenden 1. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz. Pröll dankte den Veranstaltern für diese Initiative und hob insbesondere die starke Beteiligung von Teilnehmern aus den EU-Beitrittsländern an dieser Konferenz - die mittlerweile ausgebucht ist - hervor.

Federführend bei der von Pröll angeführten Studie (das AIZ berichtete) waren das britische Institute for Public Policy Research (IPPR), das Center for American Progress in den USA und das Australia Institute. Die Autoren rufen die acht größten Industriestaaten, die G8-Länder, dazu auf, bis 2025 ein Viertel ihrer Elektrizität aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Wie Pröll berichtete, soll der Klimaschutz dieses Jahr eines der wichtigsten Themen der britischen G8-Präsidentschaft sein. Der Umweltminister kündigte in diesem Zusammenhang an, dass auch die österreichische EU-Präsidentschaft im 1. Halbjahr 2006 sich des Themas Klimaschutz und erneuerbare Energieträger besonders annehmen werde.

Atomenergie ist keine Alternative

"Wir haben in Österreich bereits sehr früh auf erneuerbare Energie, speziell auf Biomasse, gesetzt, weil sie einen wichtigen Klimaschutzbeitrag leistet, weil sie unser Land unabhängiger von fossiler Energie macht, weil dieser Rohstoff bei uns in großem Umfang zur Verfügung steht und weil Ökoenergie auch ein bedeutender Faktor für die Beschäftigug ist", stellte der Minister fest. Die Biomassekonferenz in Graz solle aber auch ein Signal dafür sein, "dass Atomenergie keine wirkliche Antwort auf den Klimawandel sein kann", so Pröll. Auf das Ökostromgesetz angesprochen, meinte der Ressortchef, er bedauere es, dass sich die Opposition quergelegt habe und hoffe auf einen möglichst baldigen zweiten Anlauf im Parlament, um den Anlagenbetreibern Sicherheit zu geben.

850 Konferenzteilnehmer in Graz

"Die morgen beginnende 1. Mitteleuropäische Biomassekonferenz im Messe Center Graz stößt auf ein überwältigendes weltweites Besucher-Interesse. Insgesamt haben rund 850 Experten, Verantwortungsträger und Interessierte aus 27 Ländern ihr Kommen angesagt. Ursprünglich haben wir die Konferenz für 400 Gäste konzipiert", berichtete Heinz Kopetz, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Deshalb ersuchten die Organisatoren - der Biomasse-Verband und die Energieverwertungsagentur (E.V.A.) - um Verständnis dafür, dass unangemeldete Teilnehmer keine Plätze mehr finden.

Viele Besucher aus Ungarn und Polen

Der Großteil der ausländischen Konferenzbesucher - insgesamt rund 300 - kommt wie erwartet aus den neuen EU-Ländern, insbesondere aus Polen und Ungarn, aus Slowenien, Tschechien und der Slowakei, aber auch aus Deutschland. Anmeldungen gibt es laut Kopetz auch aus Großbritannien, Italien, den USA, aus Russland, der Ukraine und aus Südkorea.

Morgen, Mittwoch, startet die Biomassekonferenz mit Exkursionen zur Pelletsfabrik Leitinger (Preding), zum Bioenergie-Heizungshersteller KWB (St. Margarethen), weiters zu einem Leutschacher Weinbauern, der mit Bio- und Solarenergie seinen Wein kühlt, sowie zur Murecker Biodiesel-, Biogas- und Biowärmeanlage. Im Mittelpunkt der Beratungen am 27. und 28.01. steht der verstärkte Einsatz von Biotreibstoffen, Ökostrom und Ökowärme in Europa. An den jeweils parallel stattfindenden Plenarsitzungen referieren insgesamt 50 hochkarätige Biomasse- und Energieexperten aus Deutschland, Schweden, Finnland, Belgien, Österreich, den USA sowie aus den neuen EU-Ländern. Die Übersetzung erfolgt in sechs Sprachen. Der 29.01. ist dann wieder mehreren Exkursionen gewidmet.

Know-how-Transfer: Exportchancen für heimische Firmen

"Die Mitteleuropäische Biomassekonferenz soll nicht nur einen europaweiten Entwicklungsschub für Biotreibstoffe, Ökostrom und Ökowärme bringen, sondern auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ost und West vertiefen. Zahlreiche heimische Unternehmen können als weltweite Technologieführer im Rahmen der Konferenz neue Geschäfte anbahnen und für einen Know-how-Transfer sorgen", erläuterte E.V.A.-Chef und Mitveranstalter Fritz Unterpertinger. Die E.V.A. setzte sich bereits seit den 90er-Jahren für die verstärkte Biomassenutzung ein. Besonders erfolgreich hätten sich die Energiepartnerschaften mit osteuropäischen Ländern entwickelt, so Unterpertinger.
(Schluss) kam

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