Weltjahr der Physik 2005: Österreich 1 startet "projekt: EINSTEIN"

Wien (OTS) - Anfang Februar startet "projekt: EINSTEIN", ein bis Dezember angelegter Programmschwerpunkt der Ö1-Wissenschaftsredaktion im Rahmen des Einstein-Jahres 2005. Zahlreiche Sendungen und eine Veranstaltung im RadioKulturhaus stehen ganz im Zeichen des großen Physikers.

Im Jahr 1905 - dem "Wunderjahr der Physik" - formulierte Albert Einstein seine epochalen Theorien, mit denen er eine "Revolution" in der klassischen Physik auslöste. Hundert Jahre später und fünfzig Jahre nach seinem Tod wird mit dem "Weltjahr der Physik 2005" an jene bahnbrechenden Erkenntnisse erinnert, mit denen er die Begriffe von Raum und Zeit neu definiert und die Vorstellungen von Natur und Kosmos, Energie und Materie grundlegend verändert hatte. Einstein wurde bereits in den 1920er Jahren zum "Medienstar". Seine im "annus mirabilis" präsentierten Arbeiten - Relativitätstheorie, Quantentheorie und die Theorie der Brownschen Bewegung - sind bis heute zentrale Anknüpfungspunkte in der modernen Physik. Der Ö1-Programmschwerpunkt "projekt: EINSTEIN" widmet sich der faszinierenden Person Albert Einstein, seinen großen Theorien, seinem philosophischen Weltbild und seinem wissenschaftlichen Erbe.

Sechs Einstein-"Dimensionen"

"Einsteins Erbe oder Das marmorne Lächeln der unerbittlichen Natur" lautet der Übertitel der sechs Spezialausgaben der "Dimensionen" (jeweils um 19.05 Uhr), in denen bis Dezember die fundamentalen Fragestellungen, die Einsteins Erkenntnisse nicht nur für die Welt der Physik haben, aufgezeigt werden sollen. "Gott würfelt nicht" (1. Februar) thematisiert Albert Einsteins ambivalentes Verhältnis zur Quantentheorie, die zu großen technischen Errungenschaften aber auch in erkenntnisphilosophische Probleme führte. "Warum beglückt uns die Arbeit ersparende Technik so wenig?" lautet die Frage am 5. April. Mit seinem abstrakten Denken über Raum und Zeit war Einstein ein Grundlagenforscher in Reinkultur, er schuf damit aber auch die Basis für wichtige Technologien wie z. B. das Satellitennavigationssystem GPS. "Raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist Er nicht" (7. Juni) behandelt die Rätsel der Raumzeit. Die Struktur und Entwicklung des Weltalls, aber auch die weißen Flecken auf der kosmischen Landkarte des Universums können im Rahmen der Relativitätstheorie beschrieben werden. Am 2. August lautet der Titel der "Dimensionen" "Neugier ist ein verletzliches Pflänzchen". Einstein, der die wahren Theoretiker einmal "gezähmte Metaphysiker" nannte, beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit den erkenntnistheoretischen Voraussetzungen des naturwissenschaftlichen Denkens. Welches Erbe hinterließ das Ulmer Genie als Philosoph der Physik?

Einstein und die Gravitationswellenphysik ist das Thema am 4. Oktober: "Ich habe schon wieder was verbrochen in der Gravitationstheorie". Im Rahmen der Relativitätstheorie postulierte Einstein die Existenz von Gravitationswellen, Dehnungen und Stauchungen der Schwerkraft, von deren Messung sich die moderne Physik neue Erkenntnisse über das Universum erhofft. Den Abschluss macht am 6. Dezember die Sendung "Nur wer nicht sucht, ist vor Irrtum sicher". Der Gral der Quantengravitation - Einstein und die Vereinheitlichte Theorie der Physik: Die Vereinigung der Quantentheorie mit der Relativitätstheorie zu einer "Theory of Everything", die Einstein in seinem Alterswerk in gewisser Weise visionär aber letztlich erfolglos andachte, gilt als das fundamentale Problem der Physik im 21. Jahrhundert.

"Eine Stunde mit einem hübschen Mädchen vergeht wie eine Minute ..."

Unter dem Titel "Relativ absolut" ist im "Radiokolleg" von 7. bis 10. Februar jeweils um 9.05 Uhr ein Porträt des berühmtesten Wissenschafters der Weltgeschichte zu hören. Mittelmäßiger Schüler, kleiner Angestellter im Berner Patentamt, Begründer der Relativitätstheorie, Professor mit herausgestreckter Zunge, Popikone der Wissenschaft, Nobelpreisträger, Geigenspieler, Hobbysegler, zweimaliger Ehemann und (mindestens) dreimaliger Vater, Eigenbrötler, vertriebener Jude, Gegner des NS-Regimes, Bürger von vier Staaten, moralische Autorität, Befürworter einer internationalen Weltregierung, Kosmopolit, die Asche an unbekanntem Ort verstreut … Die vielen Facetten des Albert Einstein, eine vierteilige Biographie zwischen Mythos und Realität.

Von 14. bis 17. März (jeweils um 9.05 Uhr) widmet sich das "Radiokolleg" Albert Einsteins Relativitätstheorie. Der Titel der vierteiligen Reihe: "Absolut relativ". Mit der Relativitätstheorie erschütterte Albert Einstein das Fundament der klassischen Physik. Sie führte zu einem vollständig neuen Verständnis von Raum, Zeit, Energie und Materie und beinhaltet die berühmteste Formel der Welt: E = mc2 - Masse und Energie sind äquivalent. Eine populäre Darstellung des Prinzips der Relativität, wie sie Einstein gelegentlich selbst gab: "Eine Stunde mit einem hübschen Mädchen vergeht wie eine Minute, aber eine Minute auf einem heißen Ofen scheint eine Stunde zu dauern."

"Wissen Aktuell" bringt von 18. - 22. April jeweils um 13.55 Uhr zum Thema "1905 - Einsteins ‚Wunderjahr'" fünf Kurzbeiträge über fünf Erkenntnisse mit Langzeitfolgen.

Im Mittelpunkt des "Salzburger Nachtstudios" am 20. April (21.01 Uhr) steht "Einstein - der Medien-Star". Alles ist relativ. So auch das Bild Albert Einsteins. Wie kein anderer Wissenschafter seiner Zeit hat er sich im Rampenlicht der Öffentlichkeit exponiert. Als Genie, Clown, Heiliger, Ketzer, weiser Alter, Zauberer und Philosoph. Am Ende des 20. Jahrhunderts hat ihn die amerikanische Zeitschrift "TIME Magazine" zur "Person of the Century" ernannt.

Ein "Einstein Science Event" findet am 15. März im RadioKulturhaus statt (Beginn 19.30 Uhr, Eintritt frei). "Leidenschaftlich neugierig" ist der Titel des multimedialen Abends mit internationalen Stargästen, bei dem Albert Einsteins Suche nach dem Geheimnis hinter den Dingen thematisiert wird.

Eine detaillierte Übersicht des "Einstein Schwerpunktes" bietet der Programmfolder, der über das Ö1-Service, Tel. (01) 50170-371, E-Mail: oe1.service@orf.at kostenlos zu beziehen ist. Eine umfassende Dokumentation der Sendungen und ein "Einstein-Glossar" (ab 7. Februar) ist im Internet abrufbar unter http://oe1.ORF.at. Und http://science.ORF.at präsentiert die Serien "Der unbekannte Einstein" und "Ask your Scientist".(ih)

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