AK: Stopp der Postämterschließungen!

AK verlangt verbindliche Kriterien für die Verteilung der Postämter

Wien (OTS) - Eine flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen und verpflichtende Kriterien, wie die Postämter verteilt werden sollen, statt willkürliche Postämterschießungen, verlangt die AK. Österreich ist schon jetzt schlechter versorgt als andere Länder. Ein EU-Vergleich zeigt, dass Österreich sowohl bei der Anzahl der Einwohner pro Postamt als auch der Fläche pro Postamt unterdurchschnittlich abschneidet. Weitere Schließungen würden die Lage weiter verschlechtern, so die AK. Für die geplanten Postämterschließungen müssen taugliche Ersatzlösungen her, ansonsten dürfen sie nicht zugesperrt werden. Landzusteller sind dabei zu wenig. Die Überarbeitung der Post-Universaldienstverordnung soll verbindliche Kriterien bringen, so die AK.

Viele europäische Staaten haben in ihren Rechtsordnungen Kriterien verankert, wie Postämter verteilt werden sollen. Manche Staaten schreiben mindestens ein Postamt pro Gemeinde, z. B. in Norwegen, oder ab einer bestimmten Siedlungsgröße, z.B. in Deutschland oder den Niederlanden, vor. Andere Staaten wiederum geben einen Anhaltspunkt wie viele Kilometer ein Postamt in Siedlungen von den einzelnen Häusern entfernt sein darf (Slowenien). Auch die Anzahl der Postämter pro 1.000 Quadratkilometer oder pro 1.000 Einwohner kann festgelegt werden, so in Polen. In Großbritannien müssen hingegen 95 Prozent der Bevölkerung ein Postamt in einer Entfernung von 5 Kilometer erreichen. In Österreich sind derzeit überhaupt keine Kriterien vorgeschrieben, sagt die AK.

Die AK befürchtet, dass je länger die Postämterdebatte andauert und zugewartet wird, desto mehr Postämter geschlossen werden. Jedoch im günstigsten Fall können maximal 20 bis 30 Prozent durch einen Postpartner, der Rest nur durch Landzusteller ersetzt werden. Das wäre für die AK keinesfalls eine ausreichende Versorgung mit Postdiensten.

Die AK verlangt eine Festlegung von Kriterien auch in Österreich, damit auf Dauer eine ausreichende Versorgung der Post für die Bevölkerung gesichert ist. Eine Erhebung sollte zudem die derzeitige Versorgungslage und Wünsche der Bevölkerung abklären, etwa Öffnungszeiten, Akzeptanz mobiler gegenüber stationärer Poststellen in Randlagen. Der Erhalt der Postämter ist besonders in ländlichen Gebieten für die Zukunft der Gemeinden wichtig. Daher muss Minister Gorbach endlich Maßnahmen für die Postversorgung des ländlichen Raumes ergreifen - eine neue Post-Universaldienstverordnung muss her. Beispiele für verbindliche Kriterien gibt es genügend, der Minister müsste sie nur in die Verordnung hineinschreiben.

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