Weltsozialforum: Wichtige Plattform für Österreichs Gewerkschaften

Österreichische GewerkschafterInnen nehmen am Weltsozialforum in Porto Alegre teil

Wien (GdE/GPA/ÖGB) - "Wir stehen vor einem weltweiten Angriff auf unsere sozialen Rechte" beschreibt der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, die Ausgangslage für Gewerkschaften: "Während uns in Österreich gedroht wird, dass die Produktion in Tschechien billiger ist, hören die tschechischen ArbeitnehmerInnen, dass China billiger ist, und die in China, dass es in Vietnam noch billiger geht." Weltweit agierende Konzerne spielten souverän auf dem Erpressungsklavier und setzten damit nur Verschlechterungen auf der ganzen Welt durch, so Haberzettl.++++

"Die Globalisierung hat den Rückwärtsgang eingelegt. Im 21. Jahrhundert ist die Menschheit wieder unterwegs retour ins neunzehnte Jahrhundert", meint auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Hans Sallmutter. Umso wichtiger sei es, dieser weltweiten Vernetzung der Konzerne auch eine weltweite Vernetzung der Menschen entgegen zu stellen. "Das ist die Hauptaufgabe des Weltsozialforums: Sich zu treffen, zu hören, welche ähnlichen Probleme wir haben, obwohl wir auf der gegenüberliegenden Seite der Welt wohnen, und dass wir gemeinsam etwas dagegen tun können", so Sallmutter.

Vor allem die Internationalen Transportarbeiter-Förderation ITF (der Dachverband der TransportarbeiterInnen), setzt dazu am Weltsozialforum Akzente. David Cockroft, Vorsitzender der ITF: "Wir organisieren uns quer über die Kontinente entlang von Logistik-Ketten. Wenn ein Unternehmen in der Kette unsere Rechte nicht respektiert und die MitarbeiterInnen dort machtlos sind, dann solidarisieren wir alle anderen ArbeitnehmerInnen in der Kette."

Das Weltsozialforum ist ein jährliches Treffen der globalisierungskritischen Zivilgesellschaft unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich". Das WSF 2005 findet von 26. bis 30. Jänner 2005 im brasilianischen Porto Alegre statt. Zum WSF 2004 trafen sich rund hunderttausend GlobalisierungskritikerInnen im indischen Bombay. Vom Weltsozialforum gehen jedes Jahr entscheidende Impulse für die Weiterentwicklung des Widerstandes gegen die neoliberale Globalisierung aus.
(Schluss)

ÖGB, 25. Jänner
2005
Nr. 34

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