Rübig: Mehr Innovation, weniger Administration zugunsten der Wirtschaft (Bild)

Riemer und Lichtmannegger fordern Gestaltung des 7. EU-Forschungsrahmenprogramm als Teil einer kohärenten europäischen Forschungspolitik

Brüssel, 25. Januar 2005 (ÖVP-PK) "Jetzt werden die Weichen für das 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union gestellt. Als Koordinator des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie habe ich daher Vertreter betroffener Wirtschaftssektoren
ins Europäische Parlament eingeladen, um ihre Erwartungen direkt mit den Entscheidungsträgern zu diskutieren und Bewusstsein für die Bedürfnisse der Praxis zu schaffen", sagte heute, Dienstag, der österreichische Europaparlamentarier Dr. Paul Rübig in Brüssel. Gemeinsam mit der Industriellenvereinigung und der
Wirtschaftskammer Österreich bat Rübig am Montag Abend Gerhard Riemer von der Österreichischen Industriellenvereinigung, Rudolf Lichtmannegger von der Wirtschaftskammer Österreich, Manfred Horvat von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft, Herbert Steinwender von der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Judith Sattlberger von TTTech Computertechnik und Horst Soboll von der UNICE zu einer Podiumsdiskussion in das Europäische Parlament. ****

"Geld allein ist nicht genug", so Dr. Gerhard Riemer, Bereichsleiter für Forschung und Innovation in der Industriellenvereinigung. "Das 7. Rahmenprogramm muss Teil einer kohärenten Forschungspolitik der Union sein, die eine starke Basis für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation darstellt." Nur so werden auch die Unternehmen ihre Forschungsinvestitionen anheben können und damit zu Erreichung des Lissabon-Ziels, einer Anhebung der EU-Forschungsquote auf 3 % des BIP, beitragen. Für Riemer kann das Konzept der Technologieplattformen für die Industrie hilfreich sein, wenn dabei sichergestellt werde, dass die Plattformen in Bereichen von hoher wirtschaftlicher Bedeutung und unter wirtschaftlicher Führung operieren. "Wir erwarten die Umsetzung von konkreten Projekten. Das schlichte Erstellen von Roadmaps ist nicht genug", sagte Riemer. Der erwartete Schwerpunkt Grundlagenforschung sei für Riemer eine unabdingbare Basis für Innovation. Er warnte allerdings vor Tendenzen, sie von der Innovationskette abzutrennen:
"Wir unterstützen die Forderung nach exzellenter Grundlagenforschung, sind allerdings der Meinung, dass diese in Bereichen von gesamteuropäischer Bedeutung und in Kooperation mit der Industrie geschehen sollte."

Auch für MMag. Rudolf Lichtmannegger, F&E-Experte der Wirtschaftskammer Österreich, steht fest: "Das neue Rahmenprogramm muss gezielt auf den Stärken und dem Potential der europäischen Unternehmen und der Wissenschaft aufbauen, wenn es einen Beitrag zu Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum leisten soll." Das Defizit Europas liege nicht in der mangelnden wissenschaftlichen Exzellenz, sondern in der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte. "Daher ist die Beteiligung der Wirtschaft am Rahmenprogramm und dessen praxisnahe Ausgestaltung essentiell. Das Rahmenprogramm darf sich nicht allein auf wissenschaftliche Spitzenleistungen und nicht nur auf die vermeintlich schnell wachsenden Sektoren konzentrieren. Forschung und Entwicklung müssen auch in zwar hochinnovativen, aber langsamer wachsenden Branchen unterstützen werden", forderte Lichtmannegger.

Der Wirtschaftskammerexperte äußerte seine konkreten Erwartungen vor allem bei der finanziellen Ausstattung KMU-freundlicher Instrumente wie CRAFT sowie bei der kollektiven und kollaborativen Forschung. "Auch der Arbeitsteilung zwischen europäischer und nationaler Ebene muss in Hinblick auf die Treffsicherheit besonderes Augenmerk eingeräumt werden. Es geht um ein Maximum an Innovations-Output und Praktikabilität und nicht um ein Mehr an administrativem Input", so Lichtmannegger.

In die selbe Kerbe schlägt der EVP-ED-Koordinator im Industrie-und Forschungsausschuss Dr. Paul Rübig, der aus den Schwachstellen des derzeit noch laufenden sechsten Forschungsrahmenprogramms
lernen möchte: "Administrative Barrieren, enorm hohe Vorbereitungskosten und überdimensionierte Projekte haben dazu geführt, dass die Unternehmensbeteiligung drastisch zurückgegangen ist. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen waren davon empfindlich betroffen. In den nun beginnenden Verhandlungen werde ich mich dafür stark machen, dass EU-Fördermittel nicht an den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbei gelenkt werden, sondern zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen eingesetzt werden", sagte Rübig abschließend.

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