"Neues Volksblatt" Kommentar: "Blaues Auge" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 25. Jänner 2005

Linz (OTS) - =

Herbert Haupt wird als Politiker mit großer
"Leidensfähigkeit" in die Geschichte eingehen. Was musste der Mann alles erdulden! Gemeint sind nicht seine Auto- und sonstigen Unfälle, sondern jene Leiden, die ihm die Partei aufgebürdet hat. Schon allein dadurch, dass ihn die FPÖ - gegen seinen Willen - im November 2000 ins Ministeramt gedrängt hat. Dann sollte er nach Knittelfeld als Parteiobmann und Spitzenkandidat bei der Wahl 2002 die freiheitlichen Kastanien aus dem Feuer holen. Dass er sich dabei die Finger verbrennen musste, bedeutete für Herbert Haupt weitere Leiden, gipfelnd in der Vizekanzlerschaft und der darauf folgenden langsamen Demontage durch die Parteifreunde. Dabei sind Haupt Fleiß und Bemühen keineswegs abzusprechen. Doch selbst bei Sachentscheidungen -Stichwort Ambulanzgebühr - ließ das Leid grüßen, etwa in der Form der Verfassungsrichter.
Haupt habe immer "das Beste für die Partei und das Land im Auge gehabt", sagte Vizekanzler Gorbach. Es ist die Tragik des scheidenden Sozialministers, dass dabei vieles "ins Auge" ging und er oft ein "blaues Auge" davontrug.

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