"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Alles bleibt besser" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 25. Jänner 2005

Wien (OTS) - Sozialminister Herbert Haupt (FPÖ) kann einem Leid tun. Da hat er bekannt gegeben, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzieht. Und was bekommt er zu hören? ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer freut sich darüber, dass es nun zu einer "Professionalisierung" der freiheitlichen "Führungsstruktur" kommt. Und Vizekanzler Hubert Gorbach (FPÖ) bekräftigt gar, dass man bis "zur Nationalratswahl 2006 wieder gut aufgestellt ist".
Alles in allem scheinen alle erleichtert zu sein, dass er endlich geht. Vielleicht, weil er sich so schwer getan hat, sich "in aller Klarheit" auszudrücken? Vielleicht, weil er heute dies und morgen jenes sagt? Hauptsache, er ist weg.
Der Sozialminister muss sich freilich nicht weiter darüber ärgern: In den letzten Jahren haben sich viele Minister verabschiedet. Und jedes Mal hat es geheißen, dass nun alles besser werde. Auch dieses Mal wird natürlich alles bleiben wie es ist. Zumal die Freiheitlichen auch diese Gelegenheit nicht genützt haben, um ihr Führungsproblem zu klären.
Rein formal gesehen steht Ursula Haubner (als Obfrau) also weiterhin an der Spitze, wenn es um die Partei geht; und Hubert Gorbach (als Vizekanzler), wenn es um die Regierungsarbeit geht. Ganz praktisch gesehen wird der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider aber auch in Zukunft in jedem Fall darüber stehen.

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