DFB-Schiedsrichterskandal zeigt Lücken im Sportwettenmarkt auf / Trotz Glücksspielmonopol der Länder unzureichende Regulierung

Essen (ots) - Die deutsche Sportwettenlandschaft ist in Bewegung geraten. Die Schiedsrichteraffäre um Robert Hoyzer zeigt die Risiken eines nur unvollkommen geregelten Marktes auf. Es hat sich der Verdacht verdichtet, das der 25-Jährige aus Berlin von ihm geleitete Pokal- und Zweitliga-Spiele serienweise manipuliert hat, auf deren Ausgang er zuvor gewettet hat. Nach Meinung des deutschen Buchmacherverbandes (DBV) ist eine gesetzlich geregelte Zulassung der privaten Sportwette überfällig, da nur so klare und transparente "Spielregeln" für die Wettteilnahme und gegebenenfalls auch Wettverbote für zum Beispiel Funktionäre oder Spieler durchgesetzt werden können.

"Wir haben im Bereich der Pferderennwette schon lange ein Wettverbot für Funktionäre oder für an einem Rennen Beteiligte" erläutert der Sprecher des deutschen Buchmacherverbandes Norman Albers und führt weiter aus: "Entsprechende Regeln in anderen Sportbereichen fehlen derzeit völlig, weil der Bereich der Sportwetten als "nicht zugelassen" in Deutschland tabuisiert wird. Eine Antwort auf die vielfältigen Wettmöglichkeiten in rechtlichen Grauzonen oder im Internet wird dadurch nicht gegeben."

Es ist nach Ansicht des DBV bezeichnend, dass nun mehrere Monate nach der vermuteten Wettmanipulation eine Überprüfung der Umstände des Spiels im DFB-Pokal zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV am 21. August 2004 stattfindet, obwohl die Wetten bei Lotto ("ODDSET") auch von Funktionären legal abgegeben werden konnten.

Norman Albers meint dazu: "Die Länder sind durch die Oddset-Wette inzwischen größter Buchmacher und wollen private Konkurrenz unterbinden. Dadurch werden enorme Wetteinsätze ins Ausland verschoben und der Markt bleibt völlig undurchsichtig, was Wettmanipulationen hierzulande enorm erleichtert."

Vorstandskollegin Claudia Losehand, Buchmacherin aus Hamburg ergänzt: "Jede Menge Sportcafés bieten Sportwetten unter der Hand an. Wir als zugelassene Buchmacher könnten den Sportwettmarkt in Deutschland transparent abwickeln und ungewöhnliche Wetteinsätze rechtzeitig noch vor dem Spiel publik machen um vor eventuellen Manipulationen zu warnen. Dann wird das ganze Geschäft kanalisiert und Steuern gibt's dann auch noch."

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Herr Dr. Norman Albers, Sprecher des Vorstands, Tel. 0511-3026810
oder 0170 - 560 83 40

Frau Claudia Losehand, Vorstand, Tel. 040-317707-0

Frau Eva Hülsenbeck, Verbandsbüro Essen, Tel. 0201 - 790329

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