Matznetter kritisiert IV-Forderung nach Lohnsenkung scharf

Vorschläge von IV-Präsident Sorger schaden den Wirtschaftsstandort

Wien (SK) In Reaktion auf Industriellenvereinigungs-Präsident Veit Sorger, der sich in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Trend" für Lohnkürzungen ausspricht, stellt SPÖ-Budget- und Finanzsprecher Christoph Matznetter klar, dass die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nur durch Produktivitätssteigerungen und niemals durch die Demotivation der Mitarbeiter erreicht werden könne. Denn die fehlende Inlandsnachfrage sei die größte Schwäche in der konjunkturellen Entwicklung Österreichs, so Matznetter am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Solche 08-15-Vorschläge wie die des IV-Präsidenten Sorger sind kontraproduktiv und schaden dem Wirtschaftsstandort Österreich", betonte Matznetter. ****

Gerade die Hundertausenden Klein- und Mittelbetriebe beweisen tagtäglich, dass sie innerhalb der bestehenden arbeitszeitlichen Rahmen hervorragende Leistungen erbringen, so Matznetter weiter. Nutznießer der Sorger-Vorschläge wären nur die großen Konzerne, die über solche Arbeitszeitmodelle - etwa die Anhebung der täglichen Normalarbeitszeit und Maximalarbeitszeit auf 10 bzw. 12 Stunden oder ein Durchrechnungszeitraum von 52 Wochen für Überstunden -tatsächlich an diesem Lohndumping überproportional partizipieren würden.

Was man an der Stellungnahme der Industriellenvereinigung auch erkenne, sei, dass die Steuerreform der Herren Schüssel und Grasser völlig verfehlt ist, so Matznetter. Und weiter: Hätte man anstatt Steuergeschenke in Millionenhöhe für verlustbringende Betriebe im Ausland (Stichwort: Gruppenbesteuerung) die SPÖ-Vorschläge zur Entlastung des Faktors Arbeit umgesetzt, dann wäre die Senkung der Lohnnebenkosten um mehr als ein Prozent bei deutlicher Steigerung der Massenkaufkraft möglich geworden.

Letztlich läuft der Vorschlag des Präsidenten Sorger nur darauf hinaus, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Fehler der verfehlten Finanzpolitik Grassers mit Lohnkürzungen bezahlen sollen, fasste Matznetter zusammen.

Matznetter abschließend an die Adresse des IV-Präsidenten:
"Es reicht, Herr Präsident Sorger! Die Großbetriebe und internationalen Konzerne zahlen in diesem Land überhaupt keine Steuer mehr, während die klein- und mittelständische Wirtschaft zusammen mit den Arbeitnehmern die gesamten Steuerlasten zu tragen haben. Zur Förderung der Wallstreet und der internationalen Investmentfonds sollten Sie sich an den US-amerikanischen Finanzminister wenden. Mit Ihrer Androhung, Betriebe zu sperren und Produktionsstätten zu verlagern, wollen Sie nach den Milliarden-Steuergeschenken für die Großkonzerne auch noch die Reduktion der Masseneinkommen erzwingen und damit den Wirtschaftsstandort ernsthaft gefährden." (Schluss) wf

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