AK befürchtet Verpackungschaos bei Freigabe von einheitlichen Lebensmittel-Packungsgrößen

AK lehnt geplante EU-Richtlinie ab

Wien (OTS) - Kaffee in einem Supermarkt im 400 Gramm Packerl, in einem anderen Geschäft im 550 Gramm Packerl und im nächsten Geschäft im 650 Gramm Packerl? Geht es nach EU-Plänen soll bei Fertigpackungen statt der üblichen einheitlichen Verpackungsgrößen jede x-beliebige Menge erlaubt werden. "Die Verwirrung für den Konsumenten ist vorprogrammiert", befürchtet AK Konsumentenschützer Karl Kollmann. Würde jede Menge zulässig werden, droht ein Verpackungschaos, für das die Verbraucher draufzahlen werden: unterschiedliche Größen bewirken Mehrkosten, Preisvergleiche werden fast unmöglich und es gäbe einen Wildwuchs an Verpackungsgrößen.

Wirtschaftsminister Bartenstein darf daher der geplanten Fertigpackungsverordnungs-Richtlinie beim EU-Rat im Februar keinesfalls zustimmen, verlangt die AK. Statt dessen sollen Nennfüllmengen EU-weit harmonisiert und Mogelpackungen, die mehr Inhalt vortäuschen als wirklich drinnen ist, verboten werden.

"Einheitliche Packungsgrößen für Nahrungs- und Genussmittel sind für Konsumentinnen und Konsumenten nützlich, da sie beim Einkauf einen Preisvergleich erheblich erleichtern, auch zwischen verschiedenen Geschäften", sagt Kollmann. Außerdem profitiert der Verbraucher auch von einheitlichen Packungsgrößen, da die Herstellung kostengünstiger ist.

Nach einer geplanten EU-Richtlinie, die an die EU-Staaten zur Begutachtung verschickt wurde, sollen bis auf ganz wenige Ausnahmen wie etwa Wein alle Nennfüllmengen, also vorgeschriebenen Verpackungsgrößen, aufgehoben werden. "Es würden unterschiedlich viele Verpackungsgrößen entstehen, da die einzelnen Handelsketten von ihren Lieferanten ungleiche Verpackungsgrößen verlangen würden", befürchtet der AK Konsumentenschützer. Das würde für KonsumentInnen einen Preisvergleich und kostenbewussten Einkauf praktisch unmöglich machen. Überdies würden den Unternehmern oder Abfüllern durch unterschiedliche Packungsgrößen Mehrkosten entstehen, die letztlich wieder die Verbraucher zahlen müssten. Daher lehnt die AK die EU-Richtlinie als verbraucherfeindlich ab.

Es gibt zwar eine Grundpreisauszeichnung (Preis pro Kilogramm oder Liter), wonach der Preis pro Kilogramm, Liter, pro 100 Gramm oder pro Stück am Regal neben dem Verkaufspreis der Packung angeführt werden muss. Der Grundpreis ist aber nur in den größeren Einzelhandelsbetrieben vorgeschrieben, und außerdem haben sich die VerbraucherInnen noch nicht daran gewöhnt. "Verschiedene Produktgrößen würden es daher dem Konsumenten schwer machen, das billigste oder teuerste Produkt zu finden", kritisiert Kollmann.

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