Weiterhin kräftiges Wachstum in Asien, Russland und den USA - Deutschland und Japan bleiben Nachzügler

Mittelfristige Prognose der Weltwirtschaft bis 2009

Wien (WIFO) - Der Welthandel wird zwischen 2004 und 2009 um durchschnittlich 6,6% und die Weltproduktion um 3,2% pro Jahr expandieren, jeweils um 1/2 Prozentpunkt rascher als zwischen 1999 und 2004. In den USA wird die Wirtschaft weiterhin rascher wachsen (+3,1%) als in der EU 15 (+2,2%), am schwächsten wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Japan ausfallen (jeweils +1,4% pro Jahr). In den neuen EU-Ländern dürfte das BIP um 4,4% pro Jahr zunehmen und damit doppelt so rasch wie im Durchschnitt der EU 15. Die weltweit höchste Wachstumsrate werden China und Indien erzielen.

Die mittelfristige Prognose des WIFO für die Weltwirtschaft nimmt an, dass sowohl der Erdölpreis als auch der Euro-Kurs im Jahr 2005 einen Höchststand erreichen, danach aber sinken werden. Erdöl der Sorte Brent dürfte im Jahresdurchschnitt 2005 42 $ je Barrel kosten und sich bis 2007 auf 36 $ verbilligen. Einerseits werden Sonderfaktoren, welche die Notierungen seit Anfang 2004 hinauftrieben (Irak-Krieg, Yukos-Krise, Spekulation) an Einfluss verlieren, und andererseits wird die Abschwächung der internationalen Konjunktur die Preisentwicklung dämpfen. Im Durchschnitt 2005/2009 dürfte der Erdölpreis knapp 38 $ je Fass betragen und damit mittelfristig viel höher sein als in den vergangenen 25 Jahren (Übersicht 1).

Der Wechselkurs des Euro sollte 2005 bei 1,34 $ liegen und bis 2009 auf 1,15 $ sinken (Übersicht 1). Diese Annahme ist darin begründet, dass der Dollar im Jahresdurchschnitt 2004 gegenüber dem Euro bereits um nahezu 25% unterbewertet war und sich der Wechselkurs nach einem weiteren "Überschießen" 2005 langsam wieder seinem Fundamentalgleichgewicht nähern sollte. Die Schwäche des Dollars wird wesentlich dazu beitragen, dass die Exporte der USA fast doppelt so rasch expandieren wie ihre Importe (Übersicht 1). Dies wird jedoch für eine merkliche Verringerung des Leistungsbilanzdefizits der USA nicht ausreichen; der Wirtschaftspolitik in den USA könnte dies als Argument für eine Fortsetzung ihrer Strategie des "talking the dollar down" dienen.

Unter diesen Bedingungen dürften der Welthandel zwischen 2004 und 2009 um durchschnittlich 6,6% und die Weltproduktion um 3,2% pro Jahr expandieren, um jeweils 1/2 Prozentpunkt rascher als zwischen 1999 und 2004. In den USA wird die Wirtschaft weiterhin rascher wachsen (+3,1%) als in der EU 15 (+2,2%), am schwächsten wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Japan ausfallen (jeweils +1,4% pro Jahr). In den neuen EU-Ländern dürfte das BIP um 4,4% pro Jahr zunehmen und damit doppelt so rasch wie im Durchschnitt der EU 15. Die weltweit höchste Wachstumsrate werden China und Indien erzielen.

Sollte der Erdölpreis auf wesentlich höherem Niveau verharren als in diesem Basisszenario angenommen (48,5 $ je Fass) und der Euro-Kurs bis Ende 2006 auf 1,57 $ steigen, so würden der Welthandel um 0,6 Prozentpunkte und die Weltproduktion um 0,3 Prozentpunkte pro Jahr schwächer zunehmen. Am stärksten wären die Wachstumseinbußen in Deutschland und Japan (jeweils -0,4 Prozentpunkte pro Jahr), deren Volkswirtschaften wegen der Schwäche der Binnennachfrage besonders exportabhängig geworden sind.

Übersicht 1: Entwicklung der Weltwirtschaft - auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/presse)

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht 1/2005!

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Dr. Stephan Schulmeister
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
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