Volksdeutsche: Molterer: "Kein Rückhalt aus BRD zu erwarten!"

Molterer besucht Altösterreicher im Haus der Heimat in Wien 3

Wien (OTS) - Heute besuchte ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer in Begleitung von ÖVP-Vertriebenensprecher NR-Abg, Norbert Kapeller das Haus der Heimat im 3. Wiener Gemeindebezirk. Verhandlungsgegenstand mit den Vertriebenenvertretern waren die bilateralen Entschädigungsverhandlungen mit Kroatien, die kurz vor dem Abschluss stehen. Kroatien wird die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Österreich geflüchteten Donauschwaben gesetzlich entschädigen. Verhandlungen zwischen Kroatien, Österreich und den Vertriebenenvertretern laufen bereits seit längerem. Nun steht ein Abschluss unmittelbar bevor. Weit schwieriger sind die Verhältnisse in der Tschechischen Republik. Molterer weist darauf hin, dass aus der Bundesrepublik Deutschland mit keiner Rückendeckung hinsichtlich einer Entschädigung der Sudetendeutschen zu rechnen ist. Molterer: "Die BRD sagt, für uns ist das Kapitel beendet." Gerade deshalb zeigte sich der Vorsitzende der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ), der Donauschwabe Rudolf Reimann, zufrieden wie gut die Verhandlungen mit Kroatien laufen. Reimann führte Kroatien als positives Beispiel an, wie der Umgang mit den vertriebenen Altösterreichern auch gehen kann. Ungarn hatte ja bereits Anfang der neunziger Jahre mit der Entschädigung begonnen und die Donauschwaben sind derzeit auch mit Serbien im Gespräch, wie es in Zukunft hinsichtlich Entschädigung weiter gehen solle.

Gerhard Zeihsel, Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich, führte allerdings auch positive Beispiele an: So gäbe es viele junge tschechische Intellektuelle, die sich mit der Vertreibung der Sudetendeutschen auseinandersetzen und Ausstellungen dazu machen. Das geht bis zu kleinen tschechischen Initiativen, die deutsche Denkmäler pflegen. Neben der großen Politik, die leider völlig versteinert ist, sollen diese Ansätze nicht vergessen werden.

Der Siebenbürger Sachse und Stellvertretende Bundesvorsitzende des VLÖ, Martin May, bat Molterer sich dafür einzusetzen, dass die Zeitzeugenaktionen, die in den Schulen so großen Zuspruch fanden, wieder fortgesetzt werden sollten. Dabei berichteten vertriebene Altösterreicher, wie sie die Zeit um und nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten. Dieser Austausch zwischen den Opfern und den Schülern war sehr fruchtbar und sollte wieder aufleben.

Bundesvorsitzender Reimann stieß ins selbe Horn, wenn er zum wiederholten Male darauf drängte, dass die vom Bildungsministerium produzierten Unterrichtsfilme über die Sudetendeutschen und die Volksdeutschen doch wieder in den Schulen im Rahmen des Geschichtsunterrichtes gezeigt werden sollten.

Klubobmann Molterer und sein Kollege Kapeller versprachen, sich für diese Anliegen im Rahmen ihrer politischen Möglichkeiten einzusetzen.

Der VLÖ ist der Dachverband jener 360.000 deutschen Altösterreicher, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Österreich vertriebenen wurden. Sie haben sich in Landsmannschaften zusammengeschlossen, die sich bereits 1954 im VLÖ zusammengeschlossen haben.

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