Erste Wachkoma-Station in Österreich erhält ISO-Zertifikat

Wien (OTS) - Erstmals in Österreich ist eine Wachkoma-Station ISO-zertifiziert. Heute, Freitag überreichte die Zertifizierungs- und Begutachtungsgesellschaft Quality Austria dem Wiener Haus der Barmherzigkeit die Qualitätsurkunde. Bei der Verleihung anwesend waren: Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger (Institutsdirektor), Univ.-Prof. Dr. Reinhard Krepler (Institutsratsvorsitzender und AKH-Direktor), Währings Bezirksvorsteher Karl Homole sowie Prim. Dr. Johann Donis und Ing. Herbert Trojer (beide Österreichische Wachkoma-Gesellschaft).

Im geriatrischen Pflegekrankenhaus "Haus der Barmherzigkeit" werden 17 Patienten mit apallischen Syndrom zwischen 35 und 77 Jahren betreut. Die Wachkoma-Station hat nun als erste in Österreich das ISO 9001:2000-Zertifikat erhalten. Die Begutachtungsstelle "Quality Austria" überprüfte alle Abläufe bei der Betreuung der Patienten. Ein Schwerpunkt lag bei der lückenlosen interdisziplinären Dokumentation der Krankengeschichten sowie bei der Erstellung eines Qualitätsmanagement-Handbuches mit Dokumentationsrichtlinien, Leitfäden und Checklisten für die Behandlung. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig. Einmal jährlich erfolgt eine Überprüfung des Qualitätsstandards.

Schrittmacher bei Langzeit-Betreuung

Institutsdirektor Prim. Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger und Pflegedirektorin Eva Mutz-Amon freuen sich über die Urkunde: "Wir sind außerordentlich stolz auf die Leistung des interdisziplinären Stations-Teams. Mit der ISO-Zertifizierung ist das Haus der Barmherzigkeit wiederum Schrittmacher bei der intensiven Langzeit-Betreuung von schwer chronisch kranken Menschen. Damit setzen wir Qualitätstandards in Österreich." Die Dauerbetreuung umfasst neben professioneller Pflege auch medizinische und therapeutische Betreuung.

"Auf der Wachkoma-Station stehen neben den Pflegekonzepten wie Basale Stimulation, Bobath und Kinästhetik, die 'Bezugspflege' sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Vordergrund", so Oberschwester Mag. Elvira Kölbl-Catic und Qualitätsmanagerin Mag. Emel Yahsi bei der Verleihung, "denn die Qualität der Beziehung zum Patienten bestimmt die Qualität der Pflege". Großer Wert wird auf die Einbeziehung der Angehörigen gelegt. Wichtig sei außerdem, den Patienten Erlebnisse zu bieten und in den Alltag des geriatrischen Krankenhauses zu integrieren. Ziel ist es, dass sie sooft wie möglich zum Beispiel an Veranstaltungen wie Konzerten und
Filmvorführungen teilnehmen.

Pro Jahr fallen 400 Menschen ins Wachkoma

In Österreich fallen jährlich etwa 400 Menschen ins Wachkoma (=apallisches Syndrom). Es tritt infolge einer Schädel-Hirn-Verletzung durch langen Sauerstoffmangel auf. Häufigste Ursachen sind Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein Unfall. Der Patient bleibt in einem komaähnlichen Zustand mit zeitweise geöffneten Augen. Er scheint wach zu sein, kann aber mit seiner Umgebung nicht bewusst Kontakt aufnehmen. Die Nahrungsaufnahme ist nur über eine Sonde möglich.

Mehr Informationen im Internet unter:

www.hausderbarmherzigkeit.at www.oevq.at www.wachkoma.at

Rückfragen & Kontakt:

Haus der Barmherzigkeit
Mag. Eva Bauer, PR & Fundraising
Vinzenzgasse 2-6, 1180 Wien
Tel.: 01/ 40 199-180
Mobil: 0664/ 82 707 84
E-Mail: eva.bauer@hdb-wien.at
Im Internet: http://www.hausderbarmherzigkeit.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HDB0001