Neues chefärztliches System - Wiener Patienten warten weiter

Sonderlösung für Wien?

Wien (OTS) - Nach Medienberichten ist es Donnerstag zu einer Einigung zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und der Österreichische Ärztekammer gekommen. Diese patientenfreundlichere Lösung wird aber anscheinend von der Wiener Ärzteschaft nicht mitgetragen. Die Wiener Ärzte wollen eine Lösung mit der Wiener Gebietskrankenkasse erarbeiten, die bis zur Einführung der E-Card sowohl Patienten als auch Ärzten das Leben leichter machen soll.

Der Wiener Patientenanwalt drängt darauf, dass die angepeilte "Wiener Lösung" die Patienten jedenfalls nicht schlechter stellt als zu Zeiten der alten Chefarztpflicht. Denn es ist kranken Menschen nicht zuzumuten, ein medizinisch notwendiges Medikament verspätet oder aus bürokratischen Gründen gar nicht zu bekommen. Mehr Intelligenz für das gemeinsame Ziel, Kosten zu minimieren und dennoch die Patienten optimal zu versorgen!

Das Wiener Modell muss laut Dr. Walter Dohr eine Lösung vorsehen, die insbesondere chronisch kranke Menschen und Personen nach Spitalsaufenthalten sofort und unbürokratisch mit den nötigen Medikamenten versorgt. Derzeit muss z.B. ein an einem Freitag entlassener Patient das vom Krankenhaus verordnete, chefarztpflichtige Medikament selbst bezahlen, bis er frühestens am Montag vielleicht das Rezept von seinem Hausarzt bekommt.

Ferner fordert Dohr eine bessere Berücksichtigung der Medikation für pflegebedürftige ältere Menschen in Pflegeheimen, damit diese nicht wegen einer einfachen Therapie vom Heim in ein Spital eingewiesen werden müssen.

Der Wiener Patientenanwalt und sein Team vermitteln derzeit zwischen Krankenkassen und behandelnden Ärzten. In vielen Fällen ist es gelungen, dem Patienten rasch und unbürokratisch zu seinem Medikament zu verhelfen.

Sollte das Wiener Modell jedoch nicht bald zustande kommen, dann empfiehlt die Wiener Patientenanwaltschaft die Rückkehr zum alten System, bis das elektronische Rezept mittels E-Card hoffentlich 2006 funktioniert.

Denn so lange Ärzte medizinisch fachliche Auffassungsunterschiede durch Kontrollorgane befürchten, bleibt der Patient auf der Strecke, wartet derzeit länger als früher auf die Bewilligung oder bekommt das Medikament nicht bewilligt. Die Wiener Patientenanwaltschaft kann solche Therapieverzögerungen nicht hinnehmen. (Schluss) nag

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