Wirtschaftsministerium spendet 1 Million Euro für Bausteinaktion der Wirtschaft

Leitl: Insgesamt stehen schon drei Millionen Euro an Spendengeldern für den Wiederaufbau von drei Austrian Villages in der Katastrophenregion zur Verfügung

Wien (PWK039) - WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein präsentierten heute (Freitag) in einer gemeinsamen Pressekonferenz eine Vereinbarung zur gegenseitigen Kooperation bei der "Bausteinaktion" der Wirtschaft zum Wiederaufbau in den von der Flutwelle betroffenen Gebieten. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die "Wir bauen Leben" Projekte, die von WKÖ, Industriellenvereinigung, der Tageszeitung "Die Presse" und dem Hilfswerk Austria in Sri Lanka, Thailand und Indonesien umgesetzt werden.

"Die Welle der Flut wurde Gott sei dank von einer Welle der Hilfsbereitschaft abgelöst, der wir, die Wirtschaftsvertreter und Unternehmen Österreichs, uns bereitwillig anschließen", sagt Bartenstein. Die Aktion "Wir bauen Leben" sei dabei ein wichtiger Schritt zum Wiederaufbau in den betroffenen Regionen, zur Wiederbegründung von Existenzen und zum Aufbau von mittelständischen Strukturen - unter dem Schlagwort "Austrian Villages" zusammengefasst. Bartenstein: "Das Wirtschaftsministerium stellt für dieses wichtige Projekt eine Million Euro aus eigenen Mitteln zur Verfügung."

"Wie der bisherige Erfolg unserer Initiative zeigt, kann auch ein kleines Land unglaubliche Hilfe leisten", betont Leitl. Wichtig sei, dass so viel Organisationen, Verbände, Unternehmen und auch Privatspender kooperieren und gezielt zusammenarbeiten. Leitl: "Durch die Koordination des Sonderbeauftragten der Bundesregierung, Ernst Strasser, ist eine effektive Umsetzung aller österreichischer Hilfsanstrengungen gegeben." Zum konkreten Projekt der Wirtschaft, den "Austrian Villages", merkt Leitl an, dass es nicht nur um den Wiederaufbau von Häusern gehe, sondern vielmehr auch um die langfristige soziale Integration der Menschen in einem wirtschaftlich funktionierenden Umfeld.

Leitl: "Bei all unserer großzügigen Hilfsbereitschaft für die von der Flut heimgesuchten Regionen, denken wir aber immer auch an jene Österreicher, die von der Katastrophe getroffen wurden. Für betroffene Unternehmen stellt die WKO, analog zur Hochwasserhilfe 2002, 10.000 Euro an Soforthilfe zur Verfügung und für jene - bis jetzt 19 - bei der SVA versicherten, vermissten Österreicher wurden alle Zahlungen, Beiträge oder Mahnungen ausgesetzt, der Versicherungsschutz für sie und ihre Angehörigen bleibt aber weiter aufrecht." Mit ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch hat Leitl vereinbart, dass kein vermisster Arbeitnehmer, solange sein Schicksal nicht geklärt ist, Nachteile in seinem Betrieb erfahren darf. Leitl: "Dafür verbürgen Präsident Verzetnitsch und ich uns."

Walter Ceska, Präsident des Hilfswerk Austria, berichtete über den Fortgang und die Zielsetzung der Aktion "Wir bauen Leben". Derzeit befindet sich ein Expertenteam des Hilfswerk Austria in der Region, um die Lage zu sondieren. Parallel dazu wurde aber schon mit Wiederaufbaumaßnahmen in Sri Lanka begonnen. Ceska: "Wir kooperieren auch mit ‚Nachbar in Not’, von wo wir auch eine Geldspende in der Höhe von 750.000 Euro bekamen." Insgesamt befinden sich bereits rund drei Millionen Euro im Spendentopf für die "Austrian Villages". Eine Million Euro stiftete das Wirtschaftsministerium, eine Million kam bisher über die "Bausteinaktion" der Wirtschaft herein, der Rest setzt sich aus Privatspenden zusammen. Somit sind die drei projektierten "Austrian Villages" - in Sri Lanka, Thailand und Indonesien - mit einem geschätzten Investitionsbedarf von je rund einer Million Euro, fürs erste abgesichert. Ziel sei aber, die Nachhaltigkeit zu garantieren und auch weitere Projekte ins Auge zu fassen, wodurch sich natürlich ein weiterer Spendenbedarf ergebe.

Ceska ging auch auf die Detailkosten ein: Ein lokal typisches Haus im Katastrophengebiet kostet je nach Größte 5.000-10.000 Euro, ein großes Fischerboot 4.500 Euro, ein kleines Fischerboot 1.000 Euro, ein großes Fischernetz 6.000 Euro, der Bau und die Ausstattung einer Grundschule ist je nach Größe ab 50.000 Euro aufwärts kalkuliert, Der Bau und die Ausstattung eines Waisenheimes je nach Größe ab 200.000 Euro. Ebensoviel koste eine Berufsschule mit Lehrwerkstätte. Der Bau und die Ausstattung einer Gesundheitsstation kosten je nach Größe ab 60.000 Euro aufwärts.

Abschließend dankten Bartenstein und Leitl allen bisherigen Spendern und den involvierten Partnern der Aktion - den österreichischen Unternehmen, der Industriellenvereinigung, dem Hilfswerk Austria, der Tageszeitung "Die Presse" sowie deren Lesern und allen anderen privaten Spendern. (BS)

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