Volkshilfe: Interview mit Erich Fenninger aus dem Krisengebiet

Wien (OTS) - An einem Küstenabschnitt südlich von Madras startet ein Volkshilfe Projekt zum Wiederaufbau von Dörfern nach der Flutkatastrophe. Geschäftsführer Erich Fenniger gibt direkt aus dem Krisengebiet Antwort auf drei häufig gestellte Fragen.

Frage: Wie kann den Menschen geholfen werden, was brauchen sie am Nötigsten?

Fenninger: In diesem Gebiet gibt es keinen Tourismus, die Menschen sind unglaublich arm und leben vom Fischfang und kleinsten Landwirtschaften. Jetzt ist ihre Lebens-grundlage zerstört, die Boote sind kaputt, die Böden durch das Salzwasser auf Jahre unbrauchbar. Bisher wurden Nothütten errichtet und die Menschen mit Lebensmittel versorgt. Im nächsten Schritt ist es wichtig, Boote und Fischernetze anzuschaffen, denn die InderInnen wollen so rasch wie möglich wieder für ihr eigenes Leben sorgen. Wenn die Regierung Plätze zuweist, kann auch mit dem Bau fester Behausungen begonnen werden.

Frage: Was passiert mit den Spendengeldern, kommt die Hilfe an?

Fenninger: Die Hilfe kommt direkt an, die Menschen sind unglaublich dankbar, denn sie haben bisher sonst keine Unterstützung erhalten. Gestern haben wir an die Familien in den zwölf Dörfern je 25kg Reis verteilt. Wir arbeiten mit einer anerkannten indischen Organisation zusammen, die viel Erfahrung in der sozialen Arbeit in Südindien hat. Wir hoffen weiter auf die Solidarität der Menschen in Österreich, auch auf die Hilfe der Gemeinden. Eine Nothütte kostet

EUR 500,-- , eine feste Behausung EUR 2.000,--. Die Fischerboote mit Motor und Netz kosten auch EUR 2.000,--.

Frage: Eine private Frage, was war ihr schlimmstes Erlebnis in der Krisenregion?

Es sind unglaublich tragische Geschichten, die uns die Menschen erzählen, es fällt schwer, eine herauszugreifen. Aber jener Vater, der alle seine vier Kinder verloren hat, immer noch schwer verstört ist und seinem Leben ein Ende bereiten will - mit diesem menschlichen Leid umzugehen, ist nicht einfach. Solche Fälle geben uns die Motivation, auch in Österreich mit voller Kraft an der Hilfe für diese Menschen weiterzuarbeiten.

Präsident Josef Weidenholzer und das Projektteam sind im Krisengebiet per Satelitentelefon erreichbar, Tel.: 0676 834 02 300 (nicht von der österreichischen Nummer schrecken lassen). Die Zeitverschiebung in der Region beträgt + 4 Stunden. Interviewwünsche werden von der Presseabteilung gerne koordiniert.

Die Reise des Projektteams wird von der Firma Eurojobs Service Medical finanziert, einem international agierenden Personaldienstleister.

Unterstützt durch die Österreichischen Lotterien

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Volkshilfe Österreich
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