Fraueneinkommen in Oberösterreich deutlich verschlechtert

SP-Haider zeigt Ungerechtigkeiten auf - Rohrbach an letzter Stelle in ganz Österreich

Linz (OTS) - Oberösterreich hat klare Defizite bei den Einkommen der Arbeitnehmer, ganz besonders aber bei den Frauen. Beim Durchschnittsverdienst für Frauen ist Oberösterreich nur knapp vor Vorarlberg und Tirol bei den letzten im Bundesländervergleich zu finden. Mit brutto 19.866 Euro Durchschnitts- Jahresverdienst für Vollzeitarbeit belegt der Bezirk Rohrbach österreichweit den letzten Platz bei den Fraueneinkommen. Fast alle oberösterreichischen Bezirke haben sich im Vergleich zur Statistik 1999 in der Österreich-Rangliste der Fraueneinkommen verschlechtert, zeigt

SPÖ-Landeschef LH-Stv. Erich Haider auf.

"Und derzeit wird auch noch alles unternommen, um die Arbeitsplatz-und damit die Einkommenssituation der Frauen weiter zu verschlechtern:
Postämter werden zugesperrt, bei Spitälern wird an der Substanz gekratzt. Die Leidtragenden sind dabei in Oberösterreich in erster Linie die Frauen, denen so auch noch ihre Arbeitsplätze weg genommen werden, für die sie jetzt im Österreich-Vergleich schon schlecht bezahlt werden", so Haider.

Mit einem durchschnittlichen Jahresbruttobezug von 36.107 Euro für Arbeitnehmer und 23.239 Euro für Arbeitnehmerinnen liegt Oberösterreich laut der Lohnsteuer-Statistik 2003 der Statistik Austria deutlich unter dem Österreich-Durchschnitt von 37.105 Euro für Männer und 25.691 Euro für Frauen.
Ein Rückschritt ist auch bei den Männereinkommen zu verzeichnen. Lag Oberösterreich 1999 noch über dem Österreich-Schnitt (OÖ: 378.414

ö.S., Ö: 377.745 ö.S.), so ist unser Bundesland mit 36.107 Euro klar unter dem bundesweiten Durchschnitt von 37.105 Euro.

Vor allem gegenüber dem Nachbarbundesland Niederösterreich liegt Oberösterreich bei den Fraueneinkommen mit 23.239 Euro gegenüber 26.083 Euro Brutto-Jahresverdienst deutlich zurück.
Bei einer Analyse der Lohnsteuer-Statistik fällt auf, dass das schlechte Abschneiden Oberösterreichs vor allem durch niedrige Einkommen in den Randbezirken wie Braunau, Schärding, Rohrbach, Kirchdorf, Ried und Freistadt begründet ist.

Fraueneinkommen: Rohrbach an 121. und
letzter Stelle in ganz Österreich!

Fast in allen oberösterreichischen Bezirken hat sich die Einkommenssituation der Frauen von 1999 bis 2003 noch wesentlich verschlechtert.
Der Bezirk Rohrbach - 1999 schon weit hinten an 113. Stelle -rangiert bei den Fraueneinkommen in der Statistik 2003 an 121. und damit letzter Stelle. Mit 19.866 Euro liegt das durchschnittliche Brutto-Fraueneinkommen in Rohrbach weit hinter dem Spitzenreiter Wien-1.Bezirk mit 39.925 Euro.

Schärding ist vom 107. Rang auf Rang 118 abgerutscht, Freistadt von 109 auf 117. Der Bezirk Grieskirchen ist von der 89. auf die 112. Stelle abgestürzt.
Ried im Innkreis liegt 2003 auf Platz 111 (1999: 103), Braunau auf Platz 108 (1999: 90).

Kirchdorf/Krems verschlechterte sich von Rang 85 auf Rang 106, Perg von Rang 98 auf 105 und Vöcklabruck von 95 auf 103.

Steyr-Land ist um 20 Ränge von 76 auf 96 zurück gereiht, Wels-Land von 63 auf 85. Verschlechterungen gab es auch für die Bezirke Gmunden (2003: 72., 1999: 67.), Urfahr-Umgebung (2003: 62., 1999. 59.), Steyr-Stadt (2003: 55., 1999: 45.) und Wels-Stadt (2003: 45., 1999:
40.)

Geringfügig verbessern konnten sich nur die Bezirke Linz-Stadt (von Rang 29 auf 28), Linz-Land (von Rang 49 auf Rang 46) und Eferding (von 84 auf 80).
Mit Linz-Stadt folgt erst auf Rang 28 der erste oberösterreichische Bezirk.

Einkommensschere in Oberösterreich nach Vorarlberg am größten!

Im Jahr 2003 haben ein Viertel aller Beschäftigten in Oberösterreich weniger als 1.112 Euro brutto verdient. Das Median-Bruttoeinkommen ist in Oberösterreich im Jahr 2003 bei 1.681 Euro gelegen. Das bedeutet, dass die Hälfte aller Oberösterreicher weniger als 1.681 Euro brutto im Monat verdient haben. Bei Frauen liegt dieser Wert mit 1.224 Euro noch deutlich tiefer.
Dazu kommt, dass in Oberösterreich laut Lohnsteuerstatistik 2003 nach Vorarlberg der Einkommensnachteil der Frauen gegenüber den Männern mit -35,6 % am höchsten ist. Österreichweit schlägt sich die Benachteiligung der Frauen mit einem Einkommensnachteil gegenüber den Männern von 30,8 % nieder.
Während in Österreich im Zeitraum von 1994 bis 2003 die Wirtschaft um insgesamt 35,9 Prozent gewachsen ist, ist die Lohn- und Gehaltssumme netto nur um 16,4 Prozent gestiegen, was nicht einmal einer Inflationsabgeltung gleichkommt.

"Das Lohnniveau in Österreich und vor allem in Oberösterreich muss für alle Arbeitnehmer aber ganz speziell für die Frauen angehoben werden!", fordert Haider.

Erneut alarmierender Anstieg der
Frauen-Arbeitslosigkeit in Oberösterreich

Zusammen mit der Arbeitslosigkeit bei Frauen, die in Oberösterreich auch im Dezember wieder dramatisch gestiegen ist, und den Auswirkungen der Pensions-, ebenso wie der Steuerreform, ergeben sich immer mehr gravierende Nachteile für Frauen. Fehlende, flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen erschweren nach wie vor den Wiedereinstieg ins Berufsleben und zwingen zur Teilzeitbeschäftigung, was die Einkommenssituation zusätzlich negativ beeinflusst. Auf diese Weise rutschen viele Frauen an oder unter die Armutsgrenze.
Die Frauen-Arbeitslosigkeit ist in OÖ mit Ende Dezember 2004 um 7,8 Prozent angestiegen. Das ist um sechs Prozent mehr als im Bundesschnitt!

"Wenn es keine Taktik ist, die Frauen bewusst in der Abhängigkeit zu halten, muss diese Regierung endlich handeln und Frauen gleiche Einkommen und faire Chancen in allen Bereichen sichern", fordert Erich Haider endlich konkretes Handeln, um diese Ungerechtigkeiten zu beseitigen.

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ Oberösterreich
Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
gerald.hoechtler@spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS40002