"Konsument" testet Baby-Anfangsnahrung

Qualität in Ordnung. Glücksspiel Dosierung durch schlampige Messlöffel.

Wien (OTS) - Babynahrung gehört zu den bestgeregelten und -kontrollierten Konsumgütern und eigentlich sollte nur hohe Qualität in die Supermarktregale gelangen. Dennoch gibt es auch in diesem Bereich immer wieder Beanstandungen. Das Verbrauchermagazin "Konsument" hat daher untersucht, ob Baby-Anfangsnahrung den hohen Ansprüchen genügt. Im Test: 15 Produkte, die alle ab der Geburt verabreicht werden können. Erfreuliches Ergebnis für besorgte Mütter:
Die Qualität ist bei allen Produkten in Ordnung. Aber: Etliche Messlöffel sind zu ungenau. Und Testsieger ist Muttermilch: Auch die beste industriell erzeugte Milch ist nur Ersatz.

Die Zusammensetzung ist bei allen Produkten in Ordnung. Energiegehalt, Kohlenhydratanalyse, der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sowie die Zusammensetzung von Fettsäuren und Aminosäuren lagen durchwegs im grünen Bereich.

Auch die mikrobiologische Untersuchung stellte die "Konsument"-Tester zufrieden. Es wurden keine gesundheitsschädlichen Bakterien gefunden. Vorsicht ist dennoch geboten, warnt das Verbrauchermagazin, denn keimfrei ist Babynahrung nicht. Damit sich die Keime nicht vermehren können, sollte Babynahrung kühl gelagert und nie fertig zubereitet aufbewahrt werden.

Zahlreiche Abwertungen hagelte es hingegen für die Gestaltung der mitgelieferten Löffel. Bei drei Löffeln haben die Testpersonen mehr Pulver aufgenommen, als es dem empfohlenen Gewicht entspricht, bei drei anderen war es zu wenig. Die Tester kritisieren auch die unpraktische Löffelform: Pulver bleibt im zweiteiligen Griff oder in Hohlräumen hängen oder das gehäufte Pulver lässt sich nicht glattstreichen.

Ebenfalls häufig beanstandet: Die Kennzeichnung. Besonders negativ aufgefallen ist die Verpackung von "Bebivita": Auf der Packung fanden sich keine korrekten Füllmengenangaben, auch ein Hinweis zu richtigen Aufbewahrung fehlte.

Für medizinische Probleme - etwa häufiges Aufstoßen und Spucken -bietet die Industrie auch Spezialnahrungen an. In jedem Fall sollte bei solchen Problemen ein Arzt zu Rate gezogen werden. Deshalb ist es auch problematisch, dass diese Produkte im Supermarkt ohne besondere Kennzeichnung angeboten werden: Solche Artikel sind in Apotheken besser aufgehoben.

Die Zeitschrift "Konsument" ging auch der Frage nach, wie umweltfreundlich die Produktion der Babynahrungs-Hersteller ist, wie die Firmen ihre Mitarbeiter und Verbraucheranfragen behandeln. Fünf Anbieter von Babynahrungsartikel haben sich gleich selbst ein Urteil über den Stellenwert von Ethik in ihrem Unternehmen geliefert: Sie haben auf die Anfragen der "Konsument"-Tester nicht reagiert. Dazu zählen neben "Bebivita", "Holle" und "Humana" auch die Bio-Marke des Rewe-Konzerns, "Ja! Natürlich" und der Zulieferer von Schlecker, "Milasan". Die großen Markenfirmen wie "Hipp", "Nestlé" oder "Milupa" sind zwar in einzelnen Bereichen wie Umweltschutz oder soziale Verantwortung durchaus ambitioniert, doch insgesamt erweist sich selbst das deutsche Unternehmen "Hipp", das mit 71 Prozent dem Punktemaximum noch am nächsten kam, als steigerungsfähig.

Alle Testergebnisse im Detail präsentiert die Februar-Ausgabe von "Konsument" sowie die Onlineversion unter www.konsument.at

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Eva Kolber
Leiterin Stabsstelle PR
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