Zum Austritt des Altbürgermeisters Leopold Gratz aus dem BSA

("Braune Flecken in der SPÖ")

Wien (OTS) - Aus einer Zeitungsnotiz im Kurier entnehmen wir, dass Leopold Gratz "schwer verstimmt" ist und aus dem BSA ausgetreten ist.

1970 hat der damalige Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky eine Reihe von ehemaligen Nazis, darunter auch den SS-Untersturmführer Öllinger (Landwirtschaftsminister), in seine Regierung geholt. Auf die berechtigte Kritik von DI Simon Wiesenthal hat Leopold Gratz am 11. Juni 1970 beim Parteitag der SPÖ das "sogenannte Dokumentationszentrum" eine "private Spitzel- und Staatspolizei" genannt und weiter gemeint, "es wird sich bald zeigen, ob diese Stadt die private Femeorganisation des Ing. Wiesenthal noch braucht". Dies geschah in einer Zeit der Freisprüche von NS-Verbrechern und einer quasi Generalamnestie durch die Regierung Kreisky - Broda.

35 Jahre später steht diesem skandalösen Verhalten zahlreicher damaliger "SPÖ-Granden" weder eine Rücknahme dieser Erklärungen noch eine Entschuldigung gegenüber Simon Wiesenthal entgegen.

Im Lichte dieses kann ich dem BSA nur gratulieren, dass Leopold Gratz ihm nicht mehr angehört.

Dr. Ariel Muzicant
Präsident

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