"Mehr Beschäftigte, mehr Arbeitslose, zu wenig Lohn im Tourismus"

HGPD-Vorsitzender Kaske zieht Bilanz über den Tourismusarbeitsmarkt 2004

Wien (HGPD/ÖGB) - "Die Beschäftigungszahlen im Tourismus sind kontinuierlich im Steigen - gegenüber dem Vorjahr gab es eine Zunahme von 2553 ArbeitnehmerInnen", freute sich Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), in einer Pressekonferenz am Freitag. Kaske gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass die Zahl der geringfügig Beschäftigten in der Branche kontinuierlich zunimmt: "2002 waren immerhin 11,8 Prozent geringfügig beschäftigt." Im Ansteigen sei auch die Zahl der Arbeitslosen im Hotel- und Gastgewerbe.++++

"2002 waren es im Jahresdurchschnitt 31.940 Arbeitslose", erklärt Kaske: "2003 schon 32.781 und 2004 sogar 34.486 - diese Zahlen kann man nicht schönreden." Der Tourismusgewerkschafter machte die hohen Saisonierkontingente und die vielen GrenzgängerInnen und PraktikantInnen für die Arbeitslosigkeit verantwortlich: "Zwar sind die Saisonierzahlen zurück gegangen, dafür kommen in den letzten zwei bis drei Jahren immer mehr KollegInnen aus den neuen deutschen Bundesländern zu uns. Fest steht jedenfalls, dass die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ebenfalls dramatisch zurück geht."

Der HGPD-Vorsitzende brachte auch neuerlich das Thema Trinkgeldbesteuerung zur Sprache: "Wie Sie wissen, hat der Finanzminister im Herbst des Vorjahres seine BeamtInnen ausgesandt, um die Kreditkartentrinkgelder zu überprüfen." Wirtschaftskammer und Gewerkschaft protestierten dagegen und suchten das Gespräch mit dem Minister: "Anfang Dezember haben wir mündlich um einen Termin gebeten, am 13. Dezember schriftlich und am 13. Jänner noch einmal schriftlich - Antwort haben wir bisher keine bekommen, geschweige denn einen Termin." Interessant fand Kaske dazu auch die im Standard vom 12. Jänner zitierte Aussage des Wiener Finanzrechtlers Werner Doralt zur Upgrade-Affäre: "Das ist ganz klar ein lohnwerter Vorteil von dritter Seite, den Grasser in seiner Einkommenssteuererklärung angeben müsste. Bei anderen weiß Grasser sehr gut, wann ein Vorteil von dritter Seite vorliegt, in eigener Sache nimmt er es halt nicht so streng wie bei den Kellnern."(kk)

ÖGB, 21. Jänner
2005
Nr. 26

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