ÖGB: "Format hat kein Format"

Vermeintlich exklusiver Finanzbericht erging bereits 2004 an über 100 JournalistInnen

Wien (ÖGB) - Probleme mit dem Begriff "exklusiv" dürften die JournalistInnen der Wochenzeitung "Format" haben. Denn die in ihrer jüngsten Ausgabe sensationslüstern als "exklusiv" und "geheim" präsentierte Bilanz des ÖGB wurde Anfang Dezember 2004 an 114 Journalisten und hunderte InteressentInnen geschickt. Dieser Jahresbericht erging von A wie Antenne Wien bis Z wie ZIB des ORF und freilich auch an F wie Format in Person von Chefredakteur Andreas Lampl. Außerdem wurden die Bilanzen im November 2004 dem ÖGB-Bundesvorstand vorgelegt.++++

Im Gegensatz zum Format-Selbstlob im Editorial ist es Österreichs JournalistInnen keineswegs "zu mühsam" Recherchen über Finanzinterna des ÖGB anzustellen. Jedoch wurden die Recherchen mit großem Grundwissen und Seriosität durchgeführt.

Es gibt daher kein "Drama" in der Bilanz des ÖGB, sondern ein Drama der Berichterstattung des Format. Denn die Behauptung, der ÖGB sei in finanziellen Schwierigkeiten, ist durch nichts gedeckt. Wahr ist viel mehr, dass durch die Anwendung des Vereinsrechts auf den ÖGB Rückstellungen für so genanntes Sozialkapital wie etwa Pensionen innerhalb eines Jahres gemacht werden mussten. Im Übrigen ist der ÖGB der einzige große Verein, der jährlich seine Bilanzen veröffentlicht.

Abschließend einige Tipps für künftige "Exklusiv"-Geschichten, um das Format im "Format" weiter auszubauen: "Exklusiv: George W. Bush wurde als US-Präsident angelobt". Oder: "Exklusiv: Heinz Fischer neuer österreichischer Bundespräsident". Oder: "Streng geheim:
Österreich feiert heuer 50 Jahre Staatsvertrag".

ÖGB, 21. Jänner
2005
Nr. 25

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Annemarie Kramser
Tel.: (++43-1) 534 44/222 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002