LAMA-TREKKING FÜR FISCHE

Bundesforste sichern Fischbestand in Alpensee

Wien (OTS) - Zur Sicherung des natürlichen Fischbestandes haben
die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) im Salzburger Landschützsee Bachforellen eingesetzt. Die Fische wurden mit Lamas zum 1.700 m hoch gelegenen See transportiert. Am Rückweg nahm der Lama-Trekk Müll mit, den die Bergwacht rund um den See eingesammelt hatte. So erhalten die Bundesforste mit ungewöhnlichen Methoden den Fischbestand und die intakte Natur im Hochgebirge.

Der unterste Landschützsee im Salzburger Lungau liegt verborgen auf einer Höhe von 1.700 Metern. Neben den Bachforellen leben darin ausschließlich Seesaiblinge. Wasserfälle erschweren aber die natürliche Wanderung der Fische zum See. Hinzu kommt, dass sich die Forellen durch die harten klimatischen Bedingungen in Hochgebirgsseen nicht stark genug vermehren können und ihr Bestand laufend zurück geht.

Um den Fischbestand zu sichern, setzen die Bundesforste im untersten Landschützssee im Abstand von drei Jahren regelmäßig zusätzliche Fische ein. Der Fischbesatz von Alpenseen erfolgt in der kalten Jahreszeit, weil um diese Zeit die Fische kaum Nahrung aufnehmen müssen und daher leichter transportiert werden können. Auch heuer wurde der unterste Landschützsee wieder mit 20 Kilogramm jungen Bachforellen nachbesetzt, vor allem um den Mutterfischbestand in diesem Bergsee zu erhalten. Diesmal allerdings mit einer entscheidenden Neuerung: Anstatt per Hubschrauber wurden die Fische per Lama an ihr Ziel getragen. "Der Wanderweg zum See ist nicht befahrbar. Und wir wollten die sensible Gebirgsumwelt nicht unnötig durch einen Hubschrauberflug belasten", so Hubert Gollackner, ÖBf-Fischereiverantwortlicher im Lungau. Gemeinsam mit dem Lama-Halter Michael Jesner sowie freiwilligen Helfern setzte Gollackner das europaweit wohl einzigartige Lama-Trekking für Fische in Gang.

- Umweltschonende Transportmöglichkeit in den Alpen -
Die typischen Tragetiere aus den südamerikanischen Anden werden auch in unseren Breiten zunehmend beliebter. Sie sind wiederstandsfähig, sehr geländegängig und trittfest. Außerdem können sie rund drei Mal soviel Last wie ein Mensch tragen. Dank dieser Qualitäten eignen sich Lamas besonders gut für heikle Transporte auf schmalen Alpenpfaden. Laut Fischexperte Gollackner haben die Anden-Kamele als Transportmittel gegenüber dem Hubschrauber entscheidende Vorteile. "Ein Lama-Trekk ist lärm- und abgasfrei. Damit wird die Ruhe der Natur nicht gestört."

- Naturschutz auch mit ungewöhnlichen Methoden -
Für Bundesforste-Vorstand Georg Erlacher passt der ungewöhnliche Fischtransport genau in das Konzept der nachhaltigen Naturbewirtschaftung. "Bei der Arbeit mit und in der Natur steht für die Bundesforste der Schutzgedanke im Vordergrund. Wenn es ökologisch sinnvoll ist, dann greifen wir auch auf scheinbar altmodische Methoden zurück", so Erlacher.

Doch nicht nur die Bachforellen wurden per Lama an ihren Bestimmungsort gebracht. Auf dem Rückweg wurde der Lama-Trekk zur umweltfreundlichen Müllabfuhr umfunktioniert. Die Tiere transportierten den Müll, den die Bezirksgruppe Lessach der Berg- und Naturwacht kürzlich bei einem Seerundgang eingesammelt hatte, zur Entsorgung ins Tal.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Bundesforste AG
Mag. Bernhard Schragl
Tel. 022 31/ 600 - 215
bernhard.schragl@bundesforste.at bernhard.schragl@bundesforste.at
www.bundesforste.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TRI0001