AKTUELLE KUNST IM PARLAMENT NR-Präsident Khol präsentiert neues Kunstkonzept des Hohen Hauses

Wien (PK) - Das Parlament ist schon seit langem ein Ort, an dem moderne Kunst ihren Platz hat. Bilder und Skulpturen - meist
private und öffentliche Leihgaben - zieren vorwiegend Gänge und Ausschusslokale. Nunmehr wurde für die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Hohen Haus ein neues Konzept
konzipiert, das Nationalratspräsident Andreas Khol heute vorstellte.

Jeweils über einen Zeitraum von ca. einem halben Jahr sollen auf den Gängen und in den Ausschusslokalen Werke verschiedener Künstlerinnen und Künstler gezeigt werden. Ihre Auswahl hängt einerseits von ihrer Positionierung im augenblicklichen österreichischen Kunstgeschehen ab, man will aber auch auf
einzelne geplante, ganz wichtige Ausstellungen in unmittelbarer Zukunft aufmerksam machen. Den Anfang machen Eva Schlegel,
Johanna Kandl, Thomas Baumann, Maria Lassnig und Gerwald Rockenschaub. Verantwortlich für das Konzept ist Peter Pakesch, Intendant des Landesmuseums Joanneum Graz.

Nationalratspräsident Khol, der zur Ausstellung nicht nur zahlreiche Mitglieder des Nationalrats und des Bundesrats,
sondern mit Maria Lassnig, Thomas Baumann und Eva Schlegel auch
drei der KünstlerInnen begrüßen konnte, wies darauf hin, dass die Idee, zeitgenössische Kunst im Haus nicht nach dem Zufall,
sondern nach einem Konzept zu präsentieren, von Peter Pakesch gekommen sei. Bei der Umsetzung hätten sowohl zahlreiche Galerien als auch die Artothek des Bundes geholfen. Khol will die
gezeigten Bilder im Rahmen von Parlamentsführungen zugänglich machen. Er erwartet sich mit der Eröffnung des neuen Besucherzentrums unter der Rampe des Parlaments mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher jährlich.

Kurator Peter Pakesch bedankte sich sowohl bei den LeihgeberInnen als auch bei den KünstlerInnen und meinte, es sei für ihn eine besondere Herausforderung gewesen, Bilder in einem Gebäude wie
dem Parlament zu platzieren. Kunst sei davon abhängig, dass sie
den richtigen Platz erhalte und in den Blick gerückt werde,
betonte er, sie dürfe nicht nur als Dekoration empfunden werden. Bisher habe bei der Bildhängung, so Pakesch, eine gewisse Beliebigkeit geherrscht.

Bei der Auswahl der Künstler und Künstlerinnen sei es ihm wichtig gewesen, "quer durch die Generationen zu gehen", sagte Pakesch,
und ein breites Spektrum zu zeigen. Überdies habe er Wert darauf gelegt, in jedem Ausschusslokal nur Bilder eines Künstlers bzw. einer Künstlerin zu zeigen. Neben den Bildern sind auch die Biographien der KünstlerInnen angebracht.

Pakesch verteidigte darüber hinaus seine Entscheidung, mit
Mitteln der Margaretha-Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie ein Bild von Johanna Kandl für das Parlament
anzukaufen. Die Arbeiten von Kandl seien kein "platter
Realismus", erklärte er, vielmehr setze sich die Künstlerin auf exemplarische Weise mit Wirklichkeit auf verschiedenen Ebenen auseinander. Das Bild, das zur Bilder-Reihe
"Betriebsbesichtigung" gehört und eine Filiale der Firma bauMax
in Wien Stadlau zeigt, ist nach Meinung von Pakesch ein
spezielles Dokument österreichischer Wirklichkeit heute, zum
einen weil die Produkte des Unternehmens beinahe in jedem österreichischen Haushalt vorkommen, zum anderen weil die Familie Essl auch viel zur Akzeptanz von Gegenwartskunst in Österreich beigetragen habe. "Wir alle haben verschiedene Blickwinkel",
sieht Pakesch eine Verbindung zum Parlament, daraus resultiere Politik.

Die Werke der Künstlerinnen und Künstler sind an folgenden Orten zu sehen: Eva Schlegel im Lokal II und vor dem Sitzungssaal des Nationalrats, Johanna Kandl im Lokal III, Thomas Baumann im Lokal
IV und vor dem Sitzungssaal des Nationalrats, Maria Lassnig im
Lokal V und Gerwald Rockenschaub im Lokal VIII und im
Stiegenaufgang bei Tor 1. (Schluss)

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