Moser zu VA Tech: ÖIAG-Organe sollen sofort zurücktreten

ÖIAG wäre mit 55 Euro pro VA-Tech-Aktie zufrieden gewesen, während Siemens freiwillig 65 Euro bezahlen will

Wien (SK) Den sofortigen Rücktritt aller ÖIAG-Organe forderte SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser am Donnerstag angesichts der Tatsache, dass Siemens von sich aus das Angebot für die VA-Tech-Aktie von 55 auf 65 Euro erhöht hat, während die ÖIAG mit 55 Euro pro Aktie zufrieden gewesen wäre. "Dadurch hätte die ÖIAG auf 22,5 Millionen Euro freiwillig für ihr Aktienpaket bei der VA Tech verzichtet", rechnete Moser vor. Finanzminister Grasser sei nun aufgefordert, Konsequenzen bei den ÖIAG-Organen einzuleiten. ****

Moser wies aber darauf hin, dass sich der industriepolitische Dilettantismus Grassers auf die von ihm eingesetzten Organe der ÖIAG fortsetzt. "Insbesondere die Kapitalvertreter im ÖIAG-Aufsichtsrat führen offensichtlich ein betriebswirtschaftliches Doppelleben. Einerseits führen sie ihre eigenen Unternehmen erfolgreich, andererseits dürften sie beim Betreten der ÖIAG-Zentrale ihr betriebswirtschaftliches Know-how abgeben und agieren als Marionetten von Finanzminister Grasser und dessen dilettantischer Industriepolitik", kritisierte der SPÖ-Wirtschaftssprecher.

Die Kapitalvertreter des ÖIAG-Aufsichtsrates haben bei der Veräußerung der VA-Tech-Anteile gegen zahlreiche Punkte der Privatisierungsvorgaben der Regierung verstoßen, wie beispielsweise gegen die gebotene Erhaltung der Konzernzentrale oder die Einheit des Unternehmens.

Besonders dramatisch zeige sich die Verschleuderung, wenn man den im Sommer 2003 von den ÖIAG-Organen und der Regierung gefeierten 4-Sekunden-Flop berücksichtigt, so Moser. Damals haben die ÖIAG-Organe 1,3 Millionen VA-Tech-Aktien innerhalb von vier Sekunden um 24,6 Euro pro Aktie verschleudert. "Für diesen Verkauf gab es weder politische noch betriebswirtschaftliche Gründe", sagte Moser.

Man habe aufgrund dieses enorm niedrigen Preises im Vergleich zum jetzt von Siemens bezahlten Kurs von 65 Euro 52,25 Millionen Euro an Erlös (Upsetpotenzial) liegengelassen, kritisierte der SPÖ-Politiker. "Ein Finanzminister, der den Organen angesichts solch betriebswirtschaftlichem Fehlverhaltens das Vertrauen ausspricht, hat selbst die Konsequenz zu ziehen und soll gehen", schloss Moser. (Schluss) ns

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