Glawischnig zu Treibhausgasen: Erschreckender Anstieg

BM Pröll offenbar nicht-amtsführender Umweltminister

Wien (OTS) "Die heute vom Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen über die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Österreich sind erschreckend und eine Bankrotterklärung für die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung", kritisiert Eva Glawischnig, stv. Bundes- und Umweltsprecherin der Grünen. Drei Jahre vor Beginn der Kyoto-Zielperiode (2008-2012) sei Österreich weiter von der Erreichung des Klimaschutzziels (minus 13 Prozent gegenüber 1990) entfernt denn je. "BM Pröll ist offenbar ein nicht-amtsführender Umweltminister. Denn anders ist es nicht erklärbar, wieso Pröll dieser negativen Entwicklung außer hohler PR-Aktionen nichts entgegensetzt", so Glawischnig. Statt die Emissionen in Richtung des Zielwertes von 67,5 Mio. Tonnen zu senken, habe Österreich im Jahr 2003 erstmals die 90-Millionen-Tonnen-Schallmauer durchbrochen. "Dieser traurige Negativrekord sollte BM Pröll und die Bundesregierung endlich aus ihrem Klimaschutz-Tiefschlaf reißen. Es braucht dringend einen neuen Klimaschutzplan. Die von der Bundesregierung im Jahr 2002 verabschiedete Klimastrategie ist gescheitert", so Glawischnig.

Die Grünen verlangen eine Beschleunigung der derzeit laufenden Evaluierung der Klimastrategie. "Ich erwarte mir von BM Pröll, dass er dem Nationalrat so rasch als möglich einen Bericht vorlegt, der die Ursachen für die verfehlte Klimaschutzpolitik offen legt und neue Maßnahmen vorschlägt", so Glawischnig. Noch vor dem Sommer sollte ein neues Klimaschutzmaßnahmenpaket verhandelt werden. Glawischnig fordert BM Pröll weiters auf, den drohenden Ausbaustopp im Ökostrombereich nicht zuzulassen. "Denn wenn jetzt mit dem Sanktus des Umweltministers auch noch eines der wenigen funktionierenden Klimaschutzinstrumente zerschlagen wird, sind die Chancen auf eine Trendwende im Klimaschutz endgültig verspielt", warnt Glawischnig.

Laut Umweltbundesamt sind die Treibhausgasemissionen in Österreich von 2002 auf 2003 um fast sechs Prozent angestiegen. Insbesondere die Entwicklung in den Bereichen Energieerzeugung und Verkehr ist äußerst besorgniserregend. Die Energieversorgung hat aufgrund des vermehrten Einsatzes von Kohle mit über plus 20 Prozent den größten Zuwachs der Emissionen zu verzeichnen. Der Straßenverkehrsbereich verursacht mit 23 Mio. Tonnen CO2 bereits um 80 Prozent mehr Treibhausgase als noch 1990.

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