ÖAMTC: EU-Führerschein soll vollwertiges Personaldokument werden

Mehr Geld - mehr Wert: Club schlägt vor, dass neuer Chipkarten-Führerschein mehr können soll

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments hat gestern, Mittwoch, die Änderungsvorschläge zur 3. Führerschein-Richtlinie angenommen. "Der ÖAMTC begrüßt grundsätzlich die Umstellung des Führerscheins auf Scheckkartenformat. Leider sind mit dem neuen EU-Führerschein aber Mehrkosten und Erschwernisse für die Autofahrer verbunden", sagt ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka. Ein Chip und regelmäßiger Austausch im Zehnjahres-Rhythmus sollen für Fälschungssicherheit sorgen. Diese Sicherheit kostet Geld. "Wenn man diese Kosten schon jedem einzelnen Autofahrer aufbürdet, sollte der Führerschein zu einem vollwertigen Personaldokument aufgewertet werden", verlangt Zelenka. Daher fordert der ÖAMTC, dass die neuen Führerscheine als Identitätsnachweis zumindest einem Personalausweis, wenn nicht sogar einem Reisepass gleichwertig sein sollen.

Die EU-Gremien sind allerdings noch uneinig, welche Daten auf dem Chip gespeichert werden. War ursprünglich nur von Informationen die Rede, die auf dem Dokument ohnehin lesbar sind (wie Name oder Lenkberechtigungsklasse), grübelt man nun darüber, welche weiteren Daten über die Lenker gespeichert werden könnten. Das Speichern von Notfalldaten (beispielsweise Blutgruppe) oder Daten zur Identifikation des Inhabers kann sich der ÖAMTC vorstellen. Eine darüber hinausgehende Speicherung von Daten kann aus Gründen des Datenschutzes allerdings problematisch sein. "Solche Datenspeicher sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden", sagt Zelenka. Es wird außerdem noch zu klären sein, wie teuer die Anschaffung solcher Lesegeräte für Behörden und Rettungsorganisationen ist.

Mit Skepsis beurteilt man beim Club die Führerschein-Befristung auf zehn Jahre. Geht es nach den EU-Parlamentariern, trifft diese Bestimmung nicht nur alle künftigen Führerschein-Neulinge, sondern bedeutet einen Zwangsumtausch für alle, die jetzt schon einen Führerschein haben. "Wenn der administrative Aufwand von den Behörden reibungslos funktionieren soll, muss für ausreichend lange Übergangsfristen gesorgt werden", fordert Zelenka.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC Pressestelle
Tel.: (01) 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001