Volkshilfe erlebt große Solidarität unter den Opfern

Wien (OTS) - An einem Küstenabschnitt südlich von Chennai (Madras) leisten Volkshilfe MitarbeiterInnen auch mit Mittel von "Nachbar in Not" Soforthilfe und bereiten den Wiederaufbau vor. Geschäftsführer Erich Fenninger berichtet von der geleisteten Arbeit vor Ort.

Seruthoor ist ein kleines Dorf in der indischen Region Ngapattinam/Tamil Nadu am Küstenabschnitt zwischen Chennai (Madras) und Pondicherry. Die Menschen lebten vom Fischfang und vom Reisanbau. Viele Männer waren mit ihren Booten zum Fischfang am Meer und hatten keine Überlebenschance, als die Flutwelle kam. Häuser und Hütten wurden dem Erdboden gleich gemacht, die Menschen flohen mit dem, was sie am Leib trugen. Erst nach etlichen Tagen wurde ihnen die Zerstörung bewusst als sie versuchten in ihr Dorf zurückzukehren und dort nur Ruinen fanden. Noch schlimmer traf sie aber die Ungewissheit, was aus ihren vermissten Angehörigen geworden ist. Nachdem sie zuerst nicht realisieren wollten, was geschehen ist, setzte die Trauer über die vielen Todesopfer ein. Die Menschenleere und die zahlreichen Toten unterstreichen nach wie vor den Schockzustand der Menschen im Dorf. Die Zukunft der Dorfbewohner ohne Hütten und Häuser, ohne Fischerboote und mit vom Salzwasser zerstörten Feldern ist mehr als ungewiss.

In Mitten der Trümmer entsteht gemeinsam mit den Volkshilfe Kräften Vorort jedoch auch eine bewundernswerte Solidarität. Joe Velu und sein Team aus 50 Helferinnen und Helfern sorgen für einen steten Nachschub mit Lebensmittel, vorrangig Reis und kleine Wassertanks und bringen diese nach Seruthoor. Dort kochen die MitarbeiterInnen der Volkshilfe für die Mitglieder der Dorfgemeinschaft. Auf Grund der Zerstörung im Dorf wird auf offenen Feuerstellen im Freien gekocht, meist Reis, Zwiebel und Gemüse. Die Nahrungsmittel werden inmitten der Dorfgemeinschaft zubereitet, sodass sicher gestellt ist, dass niemand von der Nahrungsversorgung ausgeschlossen ist, da das indische Kastensystem sozial schwachen Schichten (unteren
Kasten) kaum Hilfe zukommen lässt. Die Volkshilfe kümmert sich insbesondere um diese Menschen.

Neben der Sicherung des Überlebens ist eine vorrangige Tätigkeit der Volkshilfe MitarbeiterInnen - vorrangig der Frauen, sich um die schwer traumatisierten Menschen zu kümmern, Gespräche zu führen und auch als eine Art "Ventil" für die erlebten Leiden zu sein. Die Menschen leben in ständiger Furcht und benötigen diese psychologische Unterstützung.

Volkshilfe Geschäftsführer Erich Fenninger ist von der Solidarität unter den Bewohnern beeindruckt: "Auch nach all den Fernsehbildern ist das Ausmaß der Verwüstung unfassbar, wenn man es mit eigenen Augen sieht. Die erschütternden Schicksale der Kinder, die ihre Eltern verloren haben, zum Teil behindert sind, gehen uns allen sehr nah. Diese Kinder haben alleine keine Chance, diese Katastrophe zu bewältigen. Und doch beginnt in geringem Ausmaß wieder das Gemeinschaftsleben. Die Menschen hier unterstützen einander gegenseitig beim Errichten von einfachen Zelten aus Wurzelwerk und Planen, viele sprechen uns an, ob wir nicht helfen können, Fischerboote zu kaufen, damit sie wieder selbst für ihre Familien sorgen können." Mittlerweile ist auch der Präsident der Volkshilfe Österreich, Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer im Krisengebiet eingetroffen und berichtet: "Ich möchte auch nicht vergessen, mich bei den Spenderinnen und Spendern in Österreich zu bedanken. Wir sehen hier mit eigenen Augen, wie notwendig die Dorfbewohner die Gelder aus Österreich, zum Beispiel aus der Aktion Nachbar in Not benötigen, um mit dem Notwendigsten versorgt zu werden. Eine große Dankbarkeit spricht aus den Augen aller, mit denen wir hier reden können. Der Einsatz und die Verwendung der Mittel durch unseren Mitarbeiter Joe Velu funktioniert reibungslos, auch Dank des guten Kontaktes zu regionalen Verwaltungsbehörden." Das Projektteam und Präsident Weidenholzer sind im Krisengebiet per Satellitentelefon erreichbar, Tel. 0676 834 02 300 (nicht von der österreichischen Nummer schrecken lassen). Die Zeitverschiebung in der Region beträgt + 4 Stunden. Interviewwünsche werden von der Presseabteilung gerne koordiniert. Die Reise des Projektteams wurde von der Firma Eurojobs Service Medical finanziert, einem international agierenden Personaldienstleister.

Spendenkonto Volkshilfe Österreich: PSK 1.740.400 Blz. 60.000 Kennwort: Fluthilfe Nachbar in Not: PSK 90.750.700

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Mag. Rainer Stoiber
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