Chef des DNA-Labors: "Viele Tsunami-Tote nicht mehr identifizierbar"

NEWS in der zentralen Anlaufstelle der Tsunami-Oper-Identifizierung. Chef-Forensiker Parson klagt im NEWS-Interview: "DNA-Proben der Opfer sind hochinfektiös"

Wien (OTS) - Wie das morgen erscheinende Nachrichtenmagazin NEWS berichtet, sinkt die Chance auf eine Identifizierung der rund 130 noch vermissten Österreicher nach der Flutkatastrophe in Südostasien rapide. Grund: Fast alle der wenigen, bis jetzt im DNA-Zentrallabor in Innsbruck eingetroffenen Proben sind durch Verwesung und Bakterienangriff derart "verdorben", dass dadurch auch die DNA-Struktur verändert wurde. Fazit: Labor-Chef Walther Parson spricht von einer "sehr schwierigen, jahrelangen Arbeit" und stellt eine bittere Folgerung für die wartenden Angehörigen auf: "Bei vielen Toten wird eine Identifizierung überhaupt nicht mehr möglich sein."

Das Problem ist vor allem die mangelhafte Kühlung der Proben vor Ort. Jene Turbo-Gefriermaschinen, wie sie etwa in Innsbruck eingesetzt werden, sind in Sri Lanka und Thailand natürlich nicht vorhanden. "Die Zeit drängt", warnt Parson.

Außerdem beklagt Parson, dass etwa aus Thailand, wo die meisten Österreicher ums Leben gekommen sein dürften, überhaupt noch keine Proben eingetroffen sind. Parson: "Die örtlichen Behörden haben bisher keine Erlaubnis für die Ausfuhr gegeben."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES0005