Islamisches Opferfest vom 20. - 23. Januar 2005: Das Schächten geht auch mit neuem Tierschutzgesetz weiter

Wien (OTS) - Anläßlich des bevorstehenden islamischen Opferfestes fordert der Tierschutzverein ANIMAL SPIRIT in Laaben, wenigstens die minimalen Verbesserungen im neuen Tierschutzgesetz rigoros einzuhalten und zu kontrollieren. So ist es zwar seit 1. Jänner -entgegen wiederholter Forderungen von Tierschützern - noch immer erlaubt, für sogenannte "rituelle Schlachtungen" Tieren bei vollem Bewußtsein den Hals aufzuschneiden. Laut Gesetz müssen jetzt aber "Tiere unmittelbar nach dem Eröffnen der Blutgefäße wirksam betäubt werden." Ob diese Bestimmung in der Praxis aber überhaupt realisierbar sein wird, konnte bislang noch nicht bestätigt werden.

Der Tierschutzlehrer von ANIMAL SPIRIT, Dr. Friedrich Landa, der so einen Schlachtvorgang selbst miterlebt hat, meint zu dieser Gesetzesvorschrift: "Das Betäuben der Tiere nach dem Schächtschnitt ist so idiotisch, als würden Menschen bei Operationen erst nach dem chirurgischen Eingriff in Narkose versetzt! Wie auf unserer Videodokumentation "Betäubungsloses Schächten und Schlachten" zu sehen ist, geraten die Rinder bereits in Panik, wenn sie zum Schächten in der Weinbergschen Maschine hydraulisch festgehalten und auf den Rücken gedreht werden. Der Hals wird ihnen zurückgespannt, damit das religiöse Ritual des Schächtens an den völlig wehrlos gemachten Tieren vollzogen werden kann."

Und weiter: "Unmittelbar nach dem Schächtschnitt bäumen sich die gequälten Tiere unter unsagbaren Schmerzen auf und versuchen verzweifelt, sich aus dieser Foltervorrichtung zu befreien. Das Tier auf der Video-Dokumentation versucht, mit all seiner Kraft und in Todesangst zu fliehen und es gelingt ihm dabei ein Bein durch die Öffnung zu strecken, aus dem der zu Tode verletzte Kopf herausragt. Jetzt erst soll das Tier durch das im Gesetz vorgesehene "postcut stunning" betäubt werden. Hoffentlich haben sich die Betreiber dieses nachträglichen Betäubens auch genau überlegt, wie das denn funktionieren soll! In der Praxis werden sich die jüdischen und muslimischen Schlächter vermutlich hüten, den tödlich verletzten und in Todespanik herumschlagenden Tieren zu nahe zu kommen".

Leider hat sich die Politik - wohl aus Angst vor dem Vorwurf der "Fremdenfeindlichkeit" - wieder nicht zu einem gänzlichen Verbot des brutalen Schächtens durchringen können, trotz mehrfacher gegenteiliger Ankündigungen der Regierungspartei FPÖ. "Dabei bestätigen selbst höchste islamische Geistliche, daß es keine zwingenden religiösen Vorschriften für das Schlachten ohne vorherige Betäubung gibt. Auch die jahrelangen Forderungen von Tierschützern, Tieren endlich - ähnlich wie in Deutschland - Verfassungsrang zuzubilligen, wird im derzeit laufenden Verfassungskonvent nicht einmal ansatzweise diskutiert", empört sich der Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann des Vereins ANIMAL SPIRIT.

"Jetzt sind die Politiker aller Parteien im Verfassungskonvent gefordert", so Dr. Plank weiter, "eine Verfassungsinitiative voranzutreiben, um Tierschutz in den Verfassungsrang zu heben und die Interessen der Tiere endlich mit jenen von Religion, Wissenschaft oder Kunst gleichzustellen. So könnte bei schweren Tierquälereien nicht mehr die Ausrede herhalten, daß diese im Namen des Fortschritts, der künstlerischen Freiheit oder angeblicher religiöser Vorschriften geschehen".

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