Brandsteidl: Gehrers "Warum nicht?" "reicht nicht"

Bund muss Ganztagsschule endlich finanzieren

Wien (OTS) - "Wenn Gehrer Ganztagsschulplätze will, muss sie sie auch finanzieren. Ihr lapidares 'Warum nicht?' zum Thema Ganztagsschule ist zu wenig und zeugt von mangelndem Engagement für unser Schulwesen - eine Bildungsministerin kann nicht nur Kommentatorin der Schulpolitik sein, sie muss vielmehr ihre Verantwortung wahrnehmen und Akzente setzen", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl zur aktuellen Debatte über Ganztagsschulen fest.

Brandsteidl weiter: "Bei den Aussagen der Ministerin handelt es sich um eine bewusste Irreführung, sie verwechselt geschickt die Ganztagsschule mit Nachmittagsbetreuung: Denn wenn sie von einer Schule bis 17 Uhr - freiwillig für all jene, die das wollen -spricht, kann man nur antworten, dass daran nichts Neues ist, da es die Nachmittagsbetreuung schon jetzt gibt. Andererseits jedoch spricht sie von 'Fördermaßnahmen', die wiederum klar eine Angelegenheit der Schule wären und somit selbstverständlich auch voll vom Bund abzudecken sind. Mit anderen Worten: Gehrers bildungspoltisches Hütchenspiel dient höchstens der Verwirrung der Öffentlichkeit, jedoch nicht der Weiterentwicklung unseres Schulwesens."

Auch die von Gehrer beklagte 'geringe Nachfrage' an Ganztagsschulplätzen (frei nach dem Motto "Ich mach es ja eh, nur niemand wills") sei - so Brandsteidl - schlichtweg falsch: "Gehrer zitiert ständig 10.000 Ganztagsschulplätze, die sie bereitgestellt hätte und die von den Schulen nur nicht angenommen würden - das ist unrichtig. In Wahrheit handelt es sich hierbei nicht um Ganztagsschulplätze, sondern allein um Lernstunden für den Nachmittag, die überdies nur für neue Gruppen, jedoch nicht für den großen Bereich der bestehenden Nachmittagsbetreuung gelten. Mit einer echten Ganztagsschule - wie diese etwa beim PISA-Sieger Finnland Realität ist - hat das überhaupt nichts zu tun."

Brandsteidl abschließend: "Es scheint, als ob Gehrer die Wichtigkeit der Frage der Ganztagsschule zwar erkannt hat, gleichzeitig aber völlig unwillig ist, ihre Kompetenz als Ministerin wahrzunehmen und die nötigen politischen Entscheidungen zu treffen." (Schluss) ssr

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