Barbara Prammer wird Präsidentin des vidc

vidc von Kreisky und Nehru gegründet - Institut gab viele Impulse für EZA

Wien (SK) Bei der heutigen Sitzung des Kuratoriums des Fonds Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (vidc) wurde die 2. Präsidentin des Nationalrats, Barbara Prammer, zur Präsidentin dieses Gremiums gewählt. Sie übernimmt damit die Agenden der davor ehemaligen Bundeskanzler Franz Vranitzky und Bruno Kreisky. Das vidc ist eine der traditionsreichsten NGOs der Entwicklungszusammenarbeit in Österreich und wurde 1962 von Bruno Kreisky und dem damaligen indischen Premierminister Jawaharlal Nehru als Thinktank für globale Fragen der Entwicklungspolitik gegründet. Zu den wesentlichen Unterstützern des Instituts zählten in der Vergangenheit auch Willy Brandt und Olof Palme.

Für Nationalratspräsidentin Prammer ist ihre Wahl "eine große Ehre und Herausforderung, denn das Nachdenken über Entwicklungszusammenarbeit und die Entwicklung neuer Strategien der Nord-Süd Kooperation sind heute wichtiger denn je". Und hier war das vidc immer schon ein Vorreiter, z.B. wurde 1969 die spätere Richtlinie der Vereinten Nationen, 0,7 des Bruttonationaleinkommens der entwickelten Länder zur Förderung der Entwicklungshilfe in Ländern der sogenannten Dritten Welt bereitzustellen, im Rahmen des Instituts erarbeitet. In den neunziger Jahren wurden auch neue Formen für entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit in Bereich von Kultur und Sport etabliert."

1987 wurde der ursprüngliche Verein Wiener Institut für Entwicklungsfragen aufgelöst und unter der Geschäftführung von Direktor Erich Andrlik als Fonds unter dem Titel Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit neugegründet. "Damit war", so Andrlik, "auch eine programmatische Neukonzipierung verbunden, die sich von der rein theoretischen Arbeit des alten Institutes löste und praktische Arbeitsfelder aufbaute. Nach und nach übernahmen wir Verantwortung in der Zivilgesellschaft, und dies weit über die entwicklungspolitisch interessierte Öffentlichkeit hinaus."

Diese Verantwortung spiegelt sich auch in den drei Abteilungen des vidc wieder:

1. Die Operative Programmentwicklung und Grundsatzfragen der Entwicklungszusammenarbeit: Hier geht es um die Förderung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der operativen Programmentwicklung und Grundsatzfragen der Entwicklungszusammenarbeit; die Durchführung von Nord-Süd-Konferenzen (z.B. EU-SADEC Parlamentarierkonferenz); Projektberatung für Nord-Süd-Initiativen; entwicklungspolitische Studien und Publikationen; spezielle Förderung und Beratung von Forschungen mit Gender-relevanter Thematik.

2. kulturen in bewegung: Kulturaustausch zwischen Österreich und den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas; Beratung und finanzielle Förderung von in Österreich lebenden KünstlerInnen und Kulturschaffenden aus dem Süden; Durchführung von interkulturellen Festivals, Events und Veranstaltungen.

3. FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel (Sport, Integration und Antidiskriminierung): FairPlay befasst sich seit dem Europäischen Jahr gegen Rassismus 1997 mit der Konzeption und Durchführung von antirassistischen und integrativen Maßnahmen im Sportbereich, insbesondere im Fußball. FairPlay ist außerdem die Koordinationsstelle des europäischen Netzwerkes FARE - Football Against Racism in Europe, welches von der Europäischen Kommission und dem europäischen Fußballverband UEFA unterstützt wird. In diesem Bereich wurden Projekte des vidc u.a. mit dem Jean Kahn Award der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (2003), dem MTV-Free Your Mind Award (2002) sowie mit dem UEFA Charity Award (2001) ausgezeichnet. (Schluss) ah/mm

Rückfragen: Dr. Erich Andrlik oder Dr. Michael Stadler, office@vidc.org, 01-713 35 94

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0009