Umweltminister Pröll: Handwerk ist wichtiger Partner beim ökologischen Wohnbau

CO2-Austoß der Kleinverbraucher 2003 um 7,6 Prozent auf 15 Millionen Tonnen gestiegen

Wien (OTS) - "Der aktuelle Bericht des Umweltbundesamtes zeigt
einen deutlichen Anstieg der Treibhausgase im Jahr 2003 um 5,9 % gegenüber 2002 auf insgesamt 91,6 Millionen Tonnen. Der Ausstoß des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) erhöhte sich 2002 auf 2003 um 7,4 % auf nun insgesamt 76,2 Millionen Tonnen. Neben dem Spitzenreiter Verkehr haben in besondere die Emissionen aus dem Kleinverbrauch mit einer Steigerung um 7,6 Prozent auf 15 Millionen Tonnen CO2 stark zugenommen. Wir müssen daher alles daran setzen, das im Bereich Bauen und Sanieren liegende CO2-Einsparungspotenzial von 4 Millionen Tonnen auszuschöpfen. Auf politischer Ebene habe ich im Dezember mit der 15a Vereinbarung zur Ausrichtung der Wohnbauförderung nach Klimaschutzkriterien eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Der Österreichischen Bauwirtschaft, die bei der Umsetzung ökologischer Baumaßnahmen vor einer großen Herausforderung steht, kann ich mit meiner Klimaschutzinitiative klima:aktiv ein attraktives Aus- und Weiterbildungsangebot machen." Dies erklärte Umweltminister Josef Pröll im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Lehrlingsbeauftragten der Bundesregierung Egon Blum sowie dem Geschäftsführer der Initiative Handwerk, Herrn Andreas Müller, heute, Mittwoch, in Wien.***

Durch die im Dezember 2004 zwischen Bund und Ländern abgeschlossene 15a Vereinbarung zur Ausrichtung der Wohnbauförderung nach Kriterien des Klimaschutzes sollen die Länder nun gemeinsame Mindest- und Qualitätsstandards in Bezug auf den Energieverbrauch und die Energieträgerwahl bei geförderten Objekten einhalten und gleichzeitig auch eine Umschichtung von Förderungsmittel vom Wohnungsneubau zur Wohnhaussanierung vornehmen. Die Länder stellen im Weg des Finanzausgleichs jährlich mindestens rund 1,78 Mrd. Euro für die Wohnbauförderung zur Verfügung.

Entsprechend der nun fixierten 15a Vereinbarung muss ein neu errichtetes Gebäude, das künftig aus der Wohnbauförderung der Länder unterstützt wird, einen ambitionierten

Niedrigenergiehausstandard aufweisen. Zusätzliche Förderungspunkte sollen Bauherren erhalten, die die Mindeststandards noch weiter unterschreiten wollen (z.B. durch Errichtung so genannter "Passivhäuser") bzw. erneuerbare Energieträger wie Biomasse oder Solarwärme zum Einsatz bringen. Auch der Anschluss an umweltfreundliche Fernwärme soll durch die Wohnbauförderung stärker begünstigt werden. Sanierungsförderung soll es künftig vor allem dann geben, wenn möglichst die gesamte Gebäudehülle - Fassade, Fenster, Dach und Kellerdecke - einen optimalen Wärmeschutz erhält.

Die thermische Sanierung zielt vor allem auf den Gebäudebestand ab, der zwischen den 1950er und 1980er Jahren errichtet wurde. Dieses Gebäudesegment weist besonders schlechte energetische Standards auf. Ein Großteil der Nachkriegsgebäude steht nun ohnehin zur umfassenden Sanierung an, weshalb die Chance genutzt werden muss, auch den thermischen Standard dieser Gebäude entscheidend zu verbessern. Die dabei entstehenden Mehrkosten für die Sanierung sollen weitgehend oder wo möglich sogar vollständig durch die Wohnbauförderung abgedeckt werden. Die Wohnungsnutzer haben dadurch den langfristigen Nutzen eines gesteigerten Wohnkomforts und deutlich niedrigerer Energiekosten. Im Durchschnitt kann davon ausgegangen werden, dass der Heizenergiebedarf durch thermische Sanierung um 40-60% sinkt.

Profitieren wird davon auch die Bauwirtschaft bzw. das Handwerk, zumal der Wohnungsneubau weiterhin auf einem deutlich niedrigeren Niveau ist als in den 90er Jahren. Nach Untersuchungen des Wirtschaftsforschungsinstituts können zudem durch Sanierungsmaßnahmen mehr Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden als im Neubaubereich. Das WIFO (Energieszenarien 2001) geht von ca. 10.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Bauwirtschaft aus, wenn eine entsprechend ambitionierte Strategie zur thermischen Sanierung verfolgt wird.

Um das Klimaschutzpotenzial bei Neubau und Sanierung optimal auszuschöpfen und die Baubranche beim Einsatz klimafreundlicher Technologien bestmöglich zu unterstützen, bietet meine Klimaschutzinitiative klima:aktiv Aus- und Weiterbildung für sämtliche am Bau vertretenen Berufsgruppen, vom Baumeister und Architekten bis zum Maurer, Zimmermann oder Installateur an. Es geht um die klimarelevante Aus- und Weiterbildung von Spezialisten und Lehrlingen. In diesem Zusammenhang freut es mich ganz besonders, dass es gelungen ist, eine Kooperation mit der "initiativehandwerk" einzugehen, die mit ihrer "Öko-Lehrlingsbaustelle" und den so genannten "Bauherrnmappen" im Rahmen von klima:aktiv einen weiteren wichtigen Baustein für den Klimaschutz liefern wird. Ich bin überzeugt, dass wir damit gemeinsam einen weiteren wichtigen Impuls für ökologisches Bauen und damit für den Klimaschutz geben können, so der Umweltminister abschliessend.

Weitere Informationen zur Klimaschutzinitiative klima:aktiv und den einzelnen Programmen bietet die Internetplattform http://www.programm.klimaaktiv.at

(Schluss)

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