Ansteigen der Unfallhäufigkeit beim Betrieb von Aufzügen

TÜV - Sicherheitsbericht 2005 über Aufzugsanlagen in Österreich

Wien (OTS) - Der Geschäftsbereich Aufzugstechnik des TÜV Österreich präsentiert am 19.01.2005 bestehende Sicherheitsdefizite und Möglichkeiten zur Erhöhung der Sicherheit beim Aufzugsbetrieb. Den Betreiber von Aufzugsanlagen trifft dabei das Sicherheitsrisiko und die Haftung im Schadensfall. Als führende heimische Prüfanstalt für Aufzüge appelliert der TÜV Österreich mit dieser Information an die verantwortlichen Interessensvertreter, wie Behörden, Hauseigentümer, Hausverwaltungen und Aufzugshersteller, für ein einheitliches Sicherheitsniveau in ganz Österreich zu sorgen.

Der Trend zu mehr Unfällen bei Aufzügen hält weiter an. Beim Betrieb der rund 76.000 Aufzugsanlagen in Österreich mit einem hochgerechneten Beförderungsvolumen von 6,5 Milliarden Personen pro Jahr wurden 2004 doppelt so viele Unfälle wie im Durchschnitt der letzten 10 Jahre gemeldet.

Analysen dieser Unfallmeldungen ergaben zwei Ursachen für diese Trendumkehr:

  • Erstens verfügen neue Aufzugsanlagen über einen zeitgemäß hohen Sicherheitsstandard. Bestehende Aufzüge wurden nach dem jeweiligen Sicherheitsniveau zum Zeitpunkt ihrer Errichtung gebaut. Dieses Niveau ist geringer als der heutige Stand der Technik. Wenn bestehende Aufzüge richtig instandgehalten sind, gelten sie bis zu einem bestimmten Maß als sicher für Personen, die mit der Anlage vertraut sind. Jedoch wird eine Gewöhnung an unterschiedliche Anlagen zunehmend schwieriger.
  • Zweitens werden mehr Unfälle als bisher gemeldet. Personen, die einen Schaden erlitten haben, erheben wesentlich öfter Anspruch auf Schadensersatz als früher. Die Versicherungen und Krankenkassen ihrerseits fordern verstärkt Kosten im Zusammenhang mit Unfällen entsprechend dem Verursacherprinzip ein.

Der TÜV Österreich führt jährliche Prüfungen an Aufzügen in allen Bundesländern durch. Im Zuge dieser Prüfungen werden an jedem fünften Aufzug Sicherheitsmängel frühzeitig erkannt und vor Auftreten einer Gefährdung Abhilfemaßnahmen gesetzt. Dabei wurde festgestellt, dass Unfallursachen aufgrund von Mängeln am genehmigten Zustand der Anlagen einen verschwindend geringen Anteil ausmachen.

Vielmehr liegen die Ursachen bei älteren Aufzügen im Fehlen von wesentlichen Elementen für die Sicherheit wie:

  • Keine Fahrkorbtüren
  • Ungenaue Abstellung in den Ausstiegsstellen
  • Unzureichende Überwachungseinrichtungen an automatischen Türen

Die Erhöhung der Sicherheit ist in den landesgesetzlichen Bestimmungen unterschiedlich geregelt. Diese Situation hat innerhalb Österreichs zu unterschiedlichen Sicherheitsniveaus geführt. Die Benutzer erwarten hier jedoch eine Einheitlichkeit, weil unterschiedliche Sicherheitsniveaus ein bedeutender Grund für Unfälle im Aufzugsbetrieb sind.

Ing. Anton Marschall, Geschäftsbereichsleiter Aufzugstechnik des TÜV Österreich, fordert daher ein einheitliches Sicherheitsniveau auf Basis der neuen "europäischen Regeln für die Erhöhung der Sicherheit bestehender Personen- und Lastenaufzüge" für alle Aufzüge in Österreich.

Die Verbesserung der Sicherheit von bestehenden Aufzügen, Fernnotrufsysteme sowie die Betreuung von Aufzügen sind auch zentrales Thema des 4. Aufzugstages des TÜV Österreich am 16.03.2005 im Technischen Museum in Wien. Darüber hinaus ist Ende 2004 eine Zusammenstellung der aufzugsspezifischen gesetzlichen Bestimmungen in dem aktuellen Buch "Aufzugsgesetze in Österreich" erschienen.

Der Geschäftsbereich Aufzugstechnik des TÜV Österreich steht als führendes österreichisches Dienstleistungsunternehmen für Zuverlässigkeit und Sicherheit. Mit einer Vielzahl an Prüfleistungen, Planungsbegutachtungen und Überwachungen ist der TÜV Österreich marktführender Partner für Wohnbau, Industrie, Gewerbe und öffentliche Verwaltung.

Fachinformation zum Thema Aufzüge: TÜV Österreich Aufzugstechnik, 1200 Wien, Höchstädtplatz 3 Ing. Anton Marschall, Geschäftsbereichsleiter Tel: 01/332 42 81-6922, at@tuev.at , www.tuev.at

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