Hagenhofer: Gesundheitsreform verschärft Mangel an fachärztlicher Versorgung

Gesundheitsministerin muss Versprechen einhalten

Wien (SK) Die oberösterreichische SPÖ-Abgeordnete Marianne Hagenhofer fordert von der Gesundheitsministerin jene "flächendeckende medizinische Versorgung" im Spitalsbereich sowie im ambulanten und niedergelassenen Bereich ein, den Rauch-Kallat am 11. November im Parlament versprochen hatte. Wenn die Zahl der Spitalsbetten wie geplant reduziert werden soll, müsse der Stellenplan für Fachärzte neu strukturiert und verbessert werden -mit dem Ziel, mehr Kassenverträge abzuschließen, betonte Hagenhofer am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. In ihrem Heimatbezirk Braunau gebe es in keinem fachärztlichen Bereich eine flächendeckende Versorgung. ****

Rauch-Kallat betonte bei ihrer Rede im Parlament am 11. November 2004 wörtlich: "Gleichzeitig ist natürlich auch eine Reduktion der Spitalsbetten vorgesehen. Das bedeutet aber nicht, dass jetzt sofort Dutzende Spitäler geschlossen werden müssen, sondern dass wir auf qualitätsgesicherter Basis sicherstellen werden, dass es eine flächendeckende Versorgung sowohl im Spitals- als auch im ambulanten und im niedergelassenen Bereich geben wird."

"Das bedeutet: Die Menschen sollen zum Arzt und nicht ins Spital gehen", übersetzt Hagenhofer und stellt fest: "Das setzt voraus, dass es genug Ärzte mit Kassenverträgen gibt!" Das sei schon jetzt nicht der Fall. Konkrete Maßnahmen zur Steigerung der ärztlichen Versorgung legte die Ministerin nicht vor.

Die fachärztliche Versorgung im Bezirk Braunau ist schon jetzt nicht ausreichend, erklärte Hagenhofer. Über 95.000 Einwohnern stehen insgesamt nur 17 Vertragsfachärzte (ohne Zahnärzte) gegenüber. Die einzelnen Fachgebiete sind unterschiedlich gut besetzt, eine flächendeckende Versorgung gibt es jedoch so gut wie in keinem Bereich.

Rauch-Kallat kündigte zudem an, "Planung und Steuerung beider Bereiche des Gesundheitssystems zusammenzuführen, nämlich sowohl des Spitalsbereichs als auch des Bereichs der niedergelassenen Ärzte". Ziel sei besserer Service für die Patienten und weniger Ausgaben. Hagenhofer sieht dabei die Gefahr einer Zentralisierung, die keine Rücksicht auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort nimmt.

Einsparungen will die Ministerin auch im patientenfernen Bereich erreichen, also etwa in Spitälern bei der Wäscherei oder den Küchen. Die Sicherstellung der Qualität der Spitalsversorgung sei der Gesundheitsministerin offenbar nicht so wichtig, kritisiert Hagenhofer, und erinnert daran, dass gerade die Küche ein sehr sensibler Bereich in einem Spital ist, bei dem nicht gespart werden dürfe. (Schluss) up/mm

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0005