"Chefarztpflicht neu": Hinter Chaos steckt Kalkül

"Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie" (FOPI)kritisiert: "Hauptverband enthält Patienten innovative Medikamente vor. Am Ende bleiben nur mehr Generika."

Wien (OTS) - Die "Chefarztpflicht neu" bringt vor allem eines mit sich: Es dürfen nur mehr Generika ohne großen bürokratischen Aufwand verordnet werden. Denn Generika stellen die überwiegende Mehrheit in der sogenannten "green box", jener einzigen Box, aus der die Ärzte seit 1. Jänner Medikamente frei verschreiben dürfen.

Bei der Verordnung eines modernen Medikaments muss der Arzt hingegen eine ausführliche schriftliche Begründung abgeben, warum er dieses Medikament und nicht eines aus der "green box" gewählt hat.

FOPI-Präsident Guus van der Vat sieht hinter dem aktuellen Chaos rund um die "Chefarztplicht neu" Kalkül: "Der Hauptverband bezweckt mit diesem bürokratischen Wahnsinn nur eines: Die Verschreibung von innovativen, also modernen und besser wirksamen Medikamenten, soll so kompliziert gemacht werden, dass am Ende des Tages nur mehr Generika verschrieben werden."

Das kann nicht im Sinne der Patienten sein, denn, so van der Vat weiter: "Im Ergebnis werden den Österreichern, entgegen allen Beteuerungen des Hauptverbandes, innovative Medikamente vorenthalten."

Wie eine sinnvolle Dokumentationspflicht bei der Medikamentenverschreibung aussehen kann, zeige das Beispiel Wien: Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) hat sich dezidiert gegen die Faxlösung ausgesprochen. Die WGKK empfiehlt ihren Ärzten, auf der Patientendatei zu notieren, warum sich der Arzt für ein Medikament außerhalb der "green box" entschieden hat.

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