ÖAMTC: Nach Unfall im Ausland kommen Geschädigte künftig schneller zu ihrem Geld

EU-Richtlinie bringt Meilensteine in der Schadensabwicklung

Wien (ÖAMTC-Presse) - Die neue Kfz-Haftpflichtversicherungs-Richtlinie bringt deutliche Verbesserungen nach einem Unfall im Ausland: "Es wurde verankert, dass ein Geschädigter die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners direkt in seinem Heimatland klagen kann", sagt ÖAMTC-Chefjurist Hugo Haupfleisch. "Dieser Meilenstein der europaweiten Schadensabwicklung ist dem ÖAMTC in Zusammenarbeit mit den zuständigen österreichischen EU-Abgeordneten gelungen."

Die Möglichkeit, sein Recht im eigenen Land auch vor Gericht ohne Verständigungsschwierigkeiten durchsetzen zu können, führt zu mehr Rechtssicherheit und Opferfreundlichkeit.

Die Situation war bislang wenig zufriedenstellend: Geschädigte Unfallopfer müssen oft langwierige Prozesse im Ausland führen, um zu ihrem Recht - und somit zu ihrem Geld - zu kommen. Es besteht zwar die Möglichkeit, den Schadensfall mit dem Vertreter der ausländischen Versicherung ("Schadenregulierungs-Beauftragten") im Heimatland außergerichtlich abzuwickeln - das erweist sich in der Praxis aber häufig als "zahnlos": Gelingt keine außergerichtliche Einigung, müsste der Geschädigte eine Klage im Unfallland einbringen, obwohl er z.B. dort der Sprache nicht mächtig ist. "Viele Versicherer lehnen auch Schadenersatzansprüche von ausländischen Geschädigten in dem Wissen ab, dass diese keine Klage etwa in Spanien, Griechenland oder Italien riskieren", erklärt der ÖAMTC-Chefjurist.

Außerdem verzögert sich die Abwicklung eines Unfalls häufig, weil den Versicherungen die für die Schadensabwicklung notwendigen behördlichen Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt werden. Auch das soll sich ändern: In den Mitgliedstaaten werden sogenannte "Zentralstellen" eingerichtet, über die sämtliche Unfallprotokolle und Fahrzeugdaten abrufbar sind.

Mindestdeckungssummen in Österreich rasch auf Europaniveau anheben

Nicht zuletzt aufgrund der vehementen Forderungen des ÖAMTC nach einem verbesserten Schutz für Verkehrsunfallopfer wurden im EU-Parlament die Mindestdeckungssummen für Personenschäden auf fünf Millionen Euro erhöht. Für Sachschäden soll die Mindestdeckung zukünftig eine Million Euro betragen. "Das macht eine Erhöhung der in Österreich geltenden Deckungssumme - derzeit drei Millionen Euro - dringend nötig", sagt Haupfleisch. "Der ÖAMTC verlangt daher eine rasche Anpassung der Mindestdeckungssummen in Österreich auf Europaniveau, also auf mindestens sieben Millionen Euro."

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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