Zuerst privatisieren, dann liquidieren: Ist das vorausschauende Politik?

AK-Dinkhauser empört über beabsichtigte Schließung von AT-Schwaz

Insbruck (OTS) - Der nächste Paradebetrieb, das Werk Schwaz der Austria Tabak, schließt bis Jahresende seine Pforten und damit stehen 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter samt Familien und Angehörigen vor einer ungewissen Zukunft.
Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser ist empört über die beabsichtigte Schließung von Austria Tabak Schwaz: "Zuerst wird ein blühendes Unternehmen verkauft, um kurzfristig das Budget zu sanieren und dann werden die Mitarbeiter verraten. Ist das nachhaltige Wirtschafts- und Standortpolitik? Wie lange schauen Bundes- und Landespolitik noch zu und was muss noch alles passieren, bis diesen Tendenzen auf Kosten der Arbeitnehmer endlich Einhalt geboten wird? Hier wir beinhart auf dem Rücken der Menschen zuerst privatisiert, dann rationalisiert und dann liquidiert. Das ist eine Katastrophe für die Betroffenen und ein Trauertag für die gesamte Region und das Land Tirol. Die Privatisierungspolitik hat einmal mehr Schiffbruch erlitten, wenn ein einst florierendes Unternehmen innerhalb von nur vier Jahren vom neuen Besitzer der britischen Gallaher-Gruppe zum Zusperren verurteilt wird. Was ist noch von den Versprechungen, Standortgarantien und Ausbauplänen zu halten?"
Der AK-Präsident erwartet sich von den Bundespolitikern, die einst der Privatisierung zugestimmt haben, um die Kassen kurzfristig zu füllen, jetzt zu den Betroffenen zu stehen. Die AK wird gemeinsam mit dem AMS und der Arbeitsmarktförderungs GesmbH eine Arbeitsstiftung initiieren und Sozialpläne erstellen, um wenigstens die schlimmsten Härten zu überbrücken bzw. abzufedern.
Parallel dazu ist das Land dringend aufgerufen, aktive Betriebsansiedelungspolitik und Standortpolitik zu betreiben, um den wirtschaftlichen Aderlass im Bereich der traditionellen Industrie -und Gewerbebetriebe aufzuhalten: Wir brauchen wie von der AK seit Jahren gefordert eine Betriebsansiedelungsgesellschaft und eine Landesarbeitsstiftung dringender denn je. Die Tiroler Wirtschaftsstruktur vor allem in den Regionen muss durch neue Entwicklungsprogramme gestärkt werden.
Bereits jetzt ist der Bezirk Schwaz mit einer Arbeitslosenzunahme von 10 Prozent von November auf Dezember 2004 einer der Problembezirke des Landes. Dinkhauser erinnert nur an die Schließung von Elektra Bregenz vor eineinhalb Jahren als 214 Mitarbeiter betroffen waren, denen großteils in einer Stiftung ein beruflicher Neustart ermöglicht wurde.

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