Grünewald: Finanzierung einer Eliteuni unabhängig von Uni-Budget wenig glaubwürdig

Selbst teilweise Fremdfinanzierung wird Situation der Unis verschlechtern

Wien (OTS) - "Den Universitäten fehlen derzeit nachweislich 100 Millionen Euro zur Behebung der essentiellsten Defizite und der für die Grundlagenforschung zuständige FWF kann aus Geldmangel nur mehr 20 % aller positiv bewerteten Forschungsprojekte bewilligen. Angesichts dieser Tatsachen ist die Aussage von Bildungsministerin Gehrer, dass die Finanzierung einer Eliteuniversität unabhängig vom Budget der Universitäten, also sichergestellt werden müsse, wenig glaubwürdig", so Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen. Wenn selbst Anton Zeilinger und der Rat für Forschung und Technologie von einem klaren budgetären Mehrbedarf (jährliche leistungsorientierte Ausweitung der Finanzmittel um 10 %) sprechen, fragt sich jeder, woher denn das zusätzliche Geld für eine Eliteuniversität kommen soll.

Selbst bei teilweiser Fremdfinanzierung wird das Geld den Universitäten abgehen und das kann nur zu einer Verschlechterung der ohnehin oft tristen Situation an den Universitäten führen. "Solange Forschungsmittel für Forschungsinfrastrukturverbesserungen und Grundausstattungen umgelenkt werden müssen, hat Gehrer Erklärungsbedarf", so Grünewald.

"Aus dem Kreis der Universitäten und Forschungsförderungsgesellschaften, ja auch von mehreren Rektoren und ÖVP-nahen Wissenschaftern wurden Bedenken gegen die Errichtung einer zentralen Eliteuniversität hinlänglich geäußert. Das interessiert Gehrer scheinbar nicht. Auch die alternativen Vorschläge, Spitzeninstitute der Universitäten und ihre Forschungsschwerpunkte an mehreren Standorten durch gezielte Förderungen und Kooperationen mit Akademieinstituten international zu stärken, werden hartnäckig ignoriert" kritisiert Grünewald das PR-Unternehmen Gehrer. Zudem müsse festgehalten werden, dass Spitzenleistungen sich nicht allein auf den naturwissenschaftlichen Sektor beschränken und auch nicht allein auf einen Standort zurückgeführt oder reduziert werden können. "Es geht keineswegs darum den Begriff Elite zu denunzieren, sondern darum auf, Bestehendem aufzubauen und die vernünftigsten Lösungen zu finden" bemerkt Grünewald.

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