SJÖ: Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ist ein Grundrecht

Ökonomische Unabhängigkeit von Frauen muss forciert werden

Wien (SK) Die SJÖ verabschiedete am Sonntag bei ihrer Frauenkonferenz eine Deklaration, die sich für die Verankerung des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch in der europäischen Grundrechtscharta ausspricht, wie der SPÖ-Pressedienst am Montag erfahren hat. Diese Deklaration erfolgt gemeinsam mit dem Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) und der Schwesterorganisation der SJÖ Mouvement des Jeunes Socialistes (MJS) aus Frankreich, wo sich heuer ebenfalls das Jubiläum zur Einführung der Fristenlösung zum 30. Mal jährt.****

Stefanie Vasold, Frauensprecherin der SJÖ, erinnerte daran, dass trotz der gesetzlichen Verankerung des legalen Schwangerschaftsabbruchs der realen Umsetzung noch zahlreiche Hürden entgegenstehen: "Die Hindernisse reichen von mangelnder Umsetzung seitens der Gesetzgebung über mangelnde Aufklärung bis hin zum mangelnden Angebot an medizinischen Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. In Anbetracht der gegenwärtigen Angriffe auf das öffentliche Gesundheitssystem und der Rückkehr zu den Moralvorstellungen konservativer Rechts-Regierungen, ist es auch heute - 30 Jahre nach Einführung der Fristenregelung - notwendig, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch zu verteidigen und in der Praxis durchzusetzen. Gerade die aktuelle Auseinandersetzung in Salzburg zeigt, dass sich nach 30 Jahren Fristenregelung das Recht der Frau auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper noch immer nicht zur Gänze durchgesetzt hat."

Ludwig Dvorak, Vorsitzender der SJÖ, wies darauf hin, dass das Recht auf Schwangerschaftsabbruch auch auf europäischer Ebene verankert werden muss: "In Ländern wie Irland, Malta, Polen und Portugal ist der legale Schwangerschaftsabbruch derzeit nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich. Es gilt, hier einen einheitlichen Standard zu schaffen, der für alle Mitglieder der Europäischen Union verbindlich ist. Tagtäglich werden Frauen, die gezwungen werden, einen Schwangerschaftsabbruch illegal vorzunehmen, Opfer von unprofessionellen medizinischen Eingriffen. Die Folgen reichen von schweren Verletzungen bis hin zum Tod. Solche Zustände sind mit einem Bekenntnis zum demokratischen Rechtsstaat und zu den Menschenrechten unvereinbar."

Die Deklaration von MJS, SJÖ und VSSTÖ ist im Wortlaut auf http://www.sjoe.at zu finden. Die Forderungen der Arbeitskreise der Enquete werden in Kürze auf der Homepage
http://www.30-jahre-fristenlösung.at veröffentlicht werden. (Schluss)
up/mm

Rückfragehinweis: SJÖ, Wolfdietrich Hansen, 01 523 41 23 oder 0699/19 15 48 04, http://www.sjoe.at

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0003