Landauer: Missstände bei Ausbildung im Gesundheits- und Krankenpflegebereich!

Hohe Drop-Out Rate - KAV-Staudinger tatenlos

Wien (OTS) - Wien, 2005-01-17 (fpd) - Auf eklatante Missstände bei der Ausbildung im Gesundheits- und Krankenpflegebereich machte heute die Wiener FPÖ-Gesundheitssprecherin, Stadträtin Karin Landauer, im Rahmen einer Pressekonferenz aufmerksam. Dies wird durch einen aktuellen Kontrollamtsbericht bestätigt.

Zur Verdeutlichung präsentierte Landauer folgende Zahlen aus dem Bericht: 35 Prozent der Absolventen streben keine Ausbildung im Krankenanstaltenverbund (KAV) an. 70 Prozent der Absolventen einer medizinisch-technischen Ausbildung bekommen keinen Job innerhalb des KAV. Weiters sind von 110 vorhandenen und vergebenen Ausbildungsplätzen im AKH lediglich 89 von den Bewerberinnen und Bewerbern auch angenommen worden.

Weiters verwies die FP-Stadträtin auf die unterschiedlich hohe Drop-Out Rate in den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen. Während im Wilhelminenspital 26 Prozent ihre Ausbildung abbrechen sind es im AKH 41,6 Prozent. Bei der Ausbildung für die Betreuung von psychisch Erkrankten liegt die Drop-Out Rate in Ybbs bei 9 Prozent, im Otto Wagner Spital ist sie deutlich höher. "Dies zeigt, dass es gravierende Unterschiede bei der Ausbildung in den einzelnen Schulen geben muss. Es stellt sich die Frage, wieso seitens der zuständigen KAV-Generaloberin Charlotte Staudinger hier tatenlos zugesehen und in keinster Weise gegengesteuert wurde".

Eine Studie des Ludwig-Boltzmanm Institutes zeige Fehler und Lösungsmöglichkeiten auf. "Auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter, die gerade in einem solchen Beruf im Mittelpunkt stehen sollten, wird nicht eingegangen. Versetzungen und Umschichtungen erfolgen oft über deren Köpfe hinweg", kritisierte Landauer.

Die Verweildauer im Kranken- und Pflegeberufen betrage lediglich 3 bis 4 Jahre. "Es ist Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass Menschen 3 Jahre für einen Beruf ausgebildet werden und diesen nach einer ebenso langen Zeit wieder verlassen. Hier muss rasch gehandelt werden".

Abschließend kündigte Landauer einen Antrag der Freiheitlichen für die kommende Gemeinderatssitzung an. Eine Studie soll erarbeitet werden, die den Berufsverlauf derjenigen Menschen zeigt, die vor 30 Jahren ihre Ausbildung im Gesundheits- und Krankenpflegebereich absolviert haben. Damit könnten Rückschlüsse gezogen, Fehler zukünftig vermieden und eine längere Verweildauer in diesen Berufen erreicht werden. (Schluss) lb

Rückfragen & Kontakt:

FP-Wien/4000 81798

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW0001