Greenpeace: EVN wird Speerspitze des Atomstromriesen EdF in Osteuropa

Neubau der Reaktoren im slowakischen AKW Mochovce muss verhindert werden

Wien/Bratislava. (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet, dass die österreichischen Energieversorger zu Marionetten für den französischen Atomstromkonzern Électricité de France (EdF) für den Ausbau der Atomkraft in Osteuropa werden. Bereits 1996 verkaufte das Land Steiermark eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent an den Atomkonzern. Nun hat die EdF sich über deren deutsche Tochter Energie Baden-Württemberg (EnBW) auch noch beim niederösterreichischen Landesenergieversorger EVN eingekauft. "Offenbar versucht die EdF, der größte Atomstromkonzern Europas, seine Bauern in Stellung zu bringen, um den Ausbau der Atomkraft in den neuen EU-Staaten im Osten voran zu treiben. Auch die beiden neuen Reaktoren im slowakischen Mochovce an der österreichischen Grenze könnten mit dem Knowhow der EdF gebaut werden", warnt Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer und kritisiert die Landeshauptleute Pröll und Klasnic, die das einfach so hinnehmen.

Die angeblich "österreichische" Stromlösung, nach der die Landesenergieversorger Anteile an den jeweils anderen Energieversorgern haben, führte nur dazu, dass sich ausländische Konzerne in Österreich einkaufen, rügt Greenpeace. Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll tritt nach außen gegen Atomkraft auf, hat aber noch nicht gegen den Bau der neuen Reaktoren in Mochovce protestiert. Auch die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic hat zugelassen, dass die steirischen EVN-Anteile an den Atomkonzern EdF verkauft werden, der beim Bau des grenznahen AKW Mochove beteiligt war. "Während sich die Atomkonzerne in Österreich einkaufen, wird der Strompreis durch dieses Oligopol für die Kunden künstlich in die Höhe geschraubt", kritisiert Mayer das österreichische Energiechaos.

Einerseits versucht die Slowakei die Lebensdauer der Reaktoren in Bohunice zu verlängern, andererseits wird bereits am Neubau der Reaktoren in Mochovce gearbeitet. Greenpeace fordert, dass sich sowohl die Bundesregierung als auch die Landeshauptleute Klasnic und Pröll endlich gegen den Neubau der Risikoreaktoren an Österreichs Grenze einsetzen. "Die österreichischen Politiker scheinen taub für die neue Atomgefahr an unserer Grenze zu sein. Im Rahmen der Espoo-Konvention hätte Österreich die Möglichkeit, sich bei der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau der Mochovce-Reaktoren einzubringen", ruft Mayer die österreichische Politik endlich zum Handeln auf.

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