ÖAMTC: Österreich hat bei der Unfallbilanz im Vergleich zu Deutschland und Frankreich noch Nachholbedarf

Europaweit zeichnet sich aber bei Entwicklung der Unfallzahlen positiver Trend ab

Wien (ÖAMTC-Presse) - Bestätigen sich die vorläufigen Unfallzahlen, dann gab es 2004 in Österreich um knapp sechs Prozent weniger Verkehrstote als im Jahr davor. Erstmals seit 1951 wurden im Straßenverkehr weniger als 900 Verkehrsteilnehmer getötet. "Auch europaweit zeichnet sich bei der Entwicklung der Unfallzahlen ein deutlich positiver Trend ab", sagt ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. "Das lässt sich schon jetzt sagen, obwohl die endgültigen Zahlen für 2004 noch ausständig sind." In einem direkten Vergleich mit den vorliegenden Unfallzahlen aus Deutschland und Frankreich schneidet Österreich allerdings schlechter ab.

In Deutschland gab es im Vorjahr ein Minus von 11,5 Prozent bei der Zahl der Verkehrstoten. Erstmals wurden in Deutschland weniger als 6.000 Menschen in einem Jahr bei Verkehrsunfällen getötet. In den vergangenen drei Jahren ging die Zahl der Verkehrstoten um ein Sechstel zurück: 2002: 6.977 Getötete, 2003: 6.613 Getötete, 2004:
5.850 Getötete (vorläufige Zahl). In Deutschland gibt es bereits seit 1974 (31 Jahren) ein Punkteführerschein-Modell. Die sogenannte "Flensburger Verkehrssünderdatei" vergibt Punkte für rechtskräftige Bußgeld-Bescheide und gerichtliche Entscheidungen, in denen wegen einer Verkehrsordnungs-Widrigkeit ein Bußgeld von mindestens 40 Euro ausgesprochen wird . Die Einführung des Punkteführerscheins hat auch in Italien 2004 die Zahl der tödlichen Unfälle deutlich gesenkt.

In Frankreich gab es 2004 um 9 Prozent weniger Getötete im Straßenverkehr als im Jahr davor. In drei Jahren ist die Zahl der Verkehrstoten um ein Drittel zurückgegangen: 2002: 7.242 Getötete, 2003: 5.732 Getötete, 2004: 5.200 Getötete (vorläufige Zahl). Seit 2002 werden Alkohol am Steuer und überhöhte Geschwindigkeit rigoros bestraft. Vorher war Frankreich in europaweiten Unfallbilanz-Vergleichen immer wieder unter den Schlusslichtern.

Auf den Straßen in Österreich kamen 2004 um sechs Prozent weniger Personen ums Leben als im Jahr davor. Die Tendenz geht seit Jahren stetig nach unten: 2002 waren es 956 Getötete, 2003 931 Getötete und 2004 nach vorläufigen Zahlen 876 Getötete. Das Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung aus dem Jahr 2002 hat sich eine Halbierung der Unfalltoten-Anzahl auf etwa 500 bis 2010 zum Ziel gesetzt . Das neue Vormerksystem soll dazu einen wesentlichen Beitrat leisten. Morgen, Dienstag, wird der Entwurf den Ministerrat passieren. Der ÖAMTC begrüßt die Neuerung als Instrument, um Hochrisikolenkern wirkungsvoll entgegentreten zu können. Für die Clubjuristen sind allerdings noch dringende Nachjustierungen erforderlich.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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