MOLTERER: DER AUFTRAG HEISST HOFFEN UND HELFEN

ÖVP-Klubobmann bei Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr 05: "Mutig in die neue Zeit"

Wien, 14. Jänner 2005 (ÖVP-PK) Es ist durchaus eine Fügung des Schicksals, dass der Begriff "Gedankenjahr" 05 prägt, weil er auch zur Stimmung und zu den Notwendigkeiten passt, die uns in den letzten Wochen entgegengeschlagen haben. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, das Gedenken gilt den Opfern, aber der Auftrag heißt eigentlich hoffen und helfen. Das sagte heute, Freitag, ÖVP-Klubobmann Mag. Wilhelm Molterer anlässlich der Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr 2005 im Historischen Sitzungssaal des Parlaments. ****

In diesen Wochen und Tagen habe der Begriff "Nachbar in Not" eine völlig neue Bedeutung bekommen, "und ich hoffe, dass der Begriff auch dann gilt, wenn Nichtösterreicher von Katastrophen betroffen sind, also Nachbarn in unserer gemeinsamen Welt. Das ist der Auftrag, den wir auch in diesem Jahr 2005 mitnehmen werden und müssen."

"Für meine Generation und vor allem die Generation unserer Kinder sind Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand ein Selbstverständnis. Für unsere Generation und die unserer Kinder ist es völlig selbstverständlich, dass wir Österreicherinnen und Österreicher sind. Für die Generation unserer Väter oder Großväter war das bei weitem nicht so", so Molterer weiter.

Eine der Hauptaufgaben dieses Gedankenjahres 05 bestehe darin, nicht den Fehler zu machen zu meinen, Selbstverständlichkeiten seien Selbstverständlichkeiten, sondern darum zu ringen, dass uns das Selbstverständliche auch tatsächlich bleibt. "Dieses unser Österreich hat nach dem Schrecken des Krieges und des Naziregimes, wo Österreich sich der Rolle als Opfer und Täter bewusst sein muss, eine zweite Chance bekommen. Unsere Vorväter haben diese zweite Chance aus dem Verständnis heraus genutzt, das aus den einprägsamen Sätzen 'Glaubt an dieses Österreich' und "nie wieder" begründet und vom Grundkonsens der Demokratie und Marktwirtschaft geprägt ist. Das sind die Kräfte, die den Wiederaufbau ermöglicht und zum freien und unabhängigen Österreich geführt haben, das ebenfalls mit einem Satz, der Geschichte gemacht hat, verbunden ist: 'Österreich ist frei'". Molterer erinnerte daran, dass heute vor 58 Jahren die Verhandlungen zum Staatsvertrag in London begonnen haben und uns vor 50 Jahren dieses "Österreich ist frei" eigentlich geschenkt worden ist. "Dieses 'Österreich ist frei" hat uns den eigenbestimmten Weg zu einem Land des Wohlstands, des sozialen Friedens, zu einem selbstbewussten Land und zu einem eigenständigen Land in einem integrierten Europa ermöglicht, wo Österreich seine Rolle ausfüllt. Dieses 'Österreich ist frei' haben wir auch als Verantwortung empfunden und gelebt."

Mit der Mitgliedschaft Österreichs vor zehn Jahren sei die Integration in einem neuen Europa als Schlussstein gesetzt worden. "Ist aber der eigentliche Schlussstein nicht erst durch die Erweiterung der EU gesetzt worden, weil wir jetzt tatsächlich in der Mitte dieses Europas leben?", so der Klubobmann weiter.

Aus diesem Gedankenjahr gehe der Zukunftsauftrag weiter über die Parteien an alle in der Gesellschaft. Die Grundwerte Freiheit, Frieden, Wohlstand und Demokratie seien nicht nur zu verteidigen, sondern in einer sich dynamisch entwickelnden Welt täglich zu sichern, verwies Molterer auf den täglichen Wandel und die gesellschaftliche Veränderung der Werte in Europa. Es gehe darum, dass wir uns nicht als die Insel der Seligen sehen, sondern auch respektieren und akzeptieren, dass wir im Wettbewerb der gesellschaftspolitischen Konzepte stehen. "Daraus resultiert die Verpflichtung, uns als Teil Europas zu begreifen, der die Aufgabe hat, eine Rolle in der Welt zu spielen und die Globalisierung auf unserer Wertebasis zu gestalten."

In diesem Gedankenjahr werde wahrscheinlich oft die Bundeshymne gesungen werden. "Vielleicht kann aus der dritten Strophe auch ein Auftrag abgeleitet werden: 'mutig in die neue Zeit'", schloss der ÖVP-Klubobmann.
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