Mit dem Tandem an die Spitze / Wie Frauen mit Cross-Mentoring den Karrieresprung schaffen

Bonn (OTS) - Anmoderation:

Machtspielchen und Männerzirkel, mangelndes Selbstvertrauen oder der Wunsch nach einer Familie. Das sind nur ein paar Gründe, warum leistungsstarke Frauen irgendwann auf die Karriere verzichten. Von allen Top-Managern in der deutschen Wirtschaft sind nur zehn prozent Frauen. Um ihren Anteil zu erhöhen, beteiligt sich eine Reihe von Unternehmen am Cross-Mentoring. Beim Cross-Mentoring bekommen fähige Nachwuchskräfte einen erfahrenen Manager als Mentor, der sie auf dem Weg nach oben berät und unterstützt.

Sprecher:

Claudia Knies-May hat ihre berufliche Weiterentwicklung von Anfang an geplant. Nach dem Betriebswirtschaftsstudium arbeitete sie zunächst im Finanzbereich der Deutschen Telekom. Von dort wechselte sie gezielt in andere Bereiche, zuletzt zur Telekom Tochter T-Systems, um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern.

Claudia Knies-May:

Ich versuch mir das halt so aufzubauen, dass ich ein möglichst großes Spektrum abdecke, um dann bestens gerüstet zu sein für den nächsten Karriereschritt. Und das hat bis dato sehr gut funktioniert. Und darin hat mich auch insbesondere mein Mentor bestärkt.

Sprecher:

Mit ihrem Mentor, einem leitenden Manager beim Chemie- und Pharma-Konzern Merck, besprach sie seither regelmäßig aktuelle Führungsprobleme. Claudia Knies-May erzählt ein Beispiel.

Claudia Knies-May:

Ich hatte einen mit bei mir im Team - ich würde sagen, das war ein Stück weit ein Querulant, der wollte auf Biegen und Brechen auch Karriere machen. Und ich wusste nicht so recht, wie ich mit ihm umgehen sollte. Das war für mich sehr, sehr schwierig zu Anfang, mich dort durchzusetzen und mit ihm die entsprechenden Gespräche zu führen.

Sprecher:

Über solche Situationen konnte Claudia Knies-May unbefangen mit ihrem Mentor reden - auch ein Vorteil des Cross-Mentorings: Ein führender Manager aus einem anderen Unternehmen ist "neutral" und die vereinbarte Diskretion ermöglicht es, auch heikle Themen zu anzusprechen. Das Cross-Mentoring ist keine Einbahnstraße. Die Mentoren geben ihre Erfahrungen weiter und setzten sich zugleich auseinander mit den Ideen und Anregungen der Mentees, wie die in Cross-Mentorings unterstützten Frauen genannt werden. Neben der Telekom haben auch andere Unternehmen erkannt, dass sie die Fähigkeiten der weiblichen Mitarbeiter für ihre Entwicklung braucht. Jutta Wolf ist bei der Commerzbank für das Cross-Mentoring verantwortlich.

Jutta Wolf:

Ich bin der festen Überzeugung, dass es sehr unterschiedliche Potenziale bei Frauen und bei Männern und dass es wichtig ist, dass die Bank wirklich alles ausschöpft.

Sprecher:

Neben diesen Einsichten gibt es auch Zwänge. So hat die demografische Entwicklung einen dramatischen Fachkräftemangel in Deutschland ab 2010 zur Folge. Deshalb erkennen Unternehmen das Fachkräftepotenzial der Frauen für ihre Zukunft. Neben vielen familienfreundlichen Maßnahmen setzen sie darauf, Frauen aktiv zu unterstützen und damit die berufliche Weiterentwicklung attraktiv zu machen. Auch die Fraport AG nutzt das Cross-Mentoring. Heidi Schäfer ist Projektleiterin in der Führungskräfteentwicklung bei Fraport.

Heidi Schäfer:

Wir sehen diese Maßnahmen nicht unter dem Blickwinkel "Frauenförderung", sondern wirklich als Personalförderung.

Sprecher:

Heidi Schäfer schätzt, dass es ungefähr die Hälfte der ehemaligen Mentees weitergebracht hat. Ein wichtiger Grund dafür ist nach ihrer Auffassung die persönliche Weiterentwicklung.

Heidi Schäfer: (TC: 16:03)

Und da hat natürlich ein Konflikt oder ein Problem, was auftaucht, auch immer mit der eigenen Persönlichkeit zu tun. Wie gehe ich da heran, um das zu lösen, wie gehe ich auf andere zu. Was mache ich mit Kritik - wie verarbeite ich das? Wie artikuliere ich meinen Anspruch auf Lob und Anerkennung? Das hat ja alles mit Persönlichkeit zu tun. Ich denke, von daher ist ein ganz großer Teil im Cross-Mentoring insgesamt Persönlichkeitsentwicklung, was dann folglich auch zur beruflichen Entwicklung beiträgt.

Sprecher:

Für die berufliche Entwicklung ihres weiblichen Führungskräftenachwuchses bilden die Unternehmen Merck, Deutsche Telekom, Commerzbank, Fraport, Daimler-Chrysler, Procter & Gamble, Bosch und die Deutsche Bank im Rahmen eines Cross-Mentorings firmenübergreifend seit 1998 ihre so genannten "Tandems". Diese Tandems aus Mentorinnen oder Mentoren und weiblichen Mentees treffen sich ein Jahr lang regelmäßig, um berufliche Herausforderungen und Konflikte zu besprechen. Begleitend dazu absolvieren alle Mentees Fortbildungsseminare. Und drei mal im Jahr kommen alle Mentees und Mentoren bei einem großen Treffen zusammen.

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Originaltext: Deutsche Telekom AG

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